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Die Gegendemonstranten blockierten den Demo-Zug der sogenannten Querdenker am Mehringdamm. Foto: Julius Geiler
© Julius Geiler

„Querdenker“-Protest in Berlin-Kreuzberg Gegendemonstranten blockieren Demo-Zug – 250 Polizisten im Einsatz

Um die Straße für die „Querdenker“-Proteste freizumachen, musste die Polizei Zwang anwenden – und die Gegendemonstranten „drücken, schieben, wegtragen“.

Am Rande einer „Querdenker“-Demonstration ist es in Kreuzberg zu Blockadeaktionen von Gegendemonstranten gekommen. Gegen 14 Uhr hatten sich etwas weniger als 100 Gegner der Corona-Maßnahmen am Halleschen Tor versammelt. Bereits zu Beginn war eine Vielzahl von vor allem jungen Gegendemonstranten auf den Bürgersteigen um den Versammlungsort präsent, um gegen den Aufmarsch von Pandemieleugnern und Verschwörungsideologen zu protestieren.

Im Laufe des Nachmittags wuchs die Anzahl der Gegendemonstranten immer weiter an. Auf dem Mehringdamm schoben mehrere Personen Müllcontainer und Baustellen-Absperrungen auf die Straße, um die Fahrbahn zu blockieren. Auch Anwohner:innen drückten von Fenstern und Balkonen ihren Unmut über den Aufmarsch in ihrem Kiez aus. Vereinzelt kam es zu vorübergehenden Festnahmen von Gegendemonstranten, denen unter anderem Körperverletzung vorgeworfen wurde.

Kritiker der Corona-Auflagen hatten nach Angaben der Polizei die Proteste unter dem Motto „Generationen miteinander – Herzensangelegenheit“ für 300 Teilnehmer angemeldet. Die Zahlen blieben vor Ort jedoch darunter, die Polizei schätzte die „Querdenker“ im „unteren dreistelligen Bereich“. Zu den Teilnehmerzahlen der drei angemeldeten Gegendemos, die mit den „Querdenkern“ mitziehen wollen, machte die Polizei keine Angaben.

Infolge diverser Blockaden und Störaktionen mussten die „Querdenker“ auf ihre ursprüngliche Route durch den Bergmannkiez verzichten und zogen stattdessen gerade auf dem Mehringdamm herunter. Auch im weiteren Verlauf gelang es der Polizei nur mit Mühe, die Straße für den Demo-Zug freizuhalten. Am Platz der Luftbrücke wurde der Aufmarsch der „Querdenker“ mit Eiern beworfen. Nachdem die Polizei Unterstützung von weiteren angeforderten Einheiten erhielt, beruhigte sich zunächst die Situation.

Rund 300 Gegner der Corona-Maßnahmen waren für die Demo in Kreuzberg angemeldet. Foto: Julius Geiler Vergrößern
Rund 300 Gegner der Corona-Maßnahmen waren für die Demo in Kreuzberg angemeldet. © Julius Geiler
Die Polizei musste die Gegendemonstranten teilweise wegtragen. Foto: Julius Geiler Vergrößern
Die Polizei musste die Gegendemonstranten teilweise wegtragen. © Julius Geiler
Rund 250 Polizisten waren nach Angaben der Polizei im Einsatz. Foto: Julius Geiler Vergrößern
Rund 250 Polizisten waren nach Angaben der Polizei im Einsatz. © Julius Geiler

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Die Polizei setzte Zwangsmittel ein, etwa „drücken, schieben, wegtragen“, wie ein Polizeisprecher auf Nachfrage erläuterte. Rund 250 Kräfte waren dabei im Einsatz.

Zwischendurch kam es zu einer kuriosen Szene, als ein Polizist bei einer Rangelei mit einer Gegendemonstrantin seine Dienstwaffen-Munition verlor. Etwa ein halbes Dutzend Patronen lagen auf der Fahrbahn und mussten von Polizeikräften wieder eingesammelt werden. Die „Querdenker“ passierten auf ihrer Strecke auch das Impfzentrum am Tempelhofer Damm, welches kurzzeitig von mehreren Polizeiketten geschützt wurde.

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