Windows 7 ist nach Windows 10 das meistgenutzte Betriebssystem. Foto: imago images/UPI Photo
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Behörden arbeiten noch immer mit Windows 7 Die Bundespolitik muss sich mit der Digitalisierung beeilen

Die IT-Modernisierung im Bund muss vorankommen. Ansonsten werden wir uns nicht vor Mitlesern aus Moskau und Peking schützen können.

Es geht doch nichts über einen wachsamen Blick, schon gar in dieser Hinsicht – bei dem auf die Digitalisierung. Darum also: netzpolitik.org sei Dank. Denn dort wird auf Schwachstellen hingewiesen wie diese, dass die Bundesregierung und ihre Ministerien und Behörden aktuell noch mindestens 60.000 Computer mit dem überholten Betriebssystem Windows 7 betreiben.

Woher diese Information stammt? Aus der Antwort der Bundesregierung auf eine schriftliche Frage des Grünen-Abgeordneten Konstantin von Notz. Im vergangenen Jahr, so heißt es da, wurden deshalb 1,9 Millionen Euro an Update-Gebühren gezahlt. Hintergrund ist, dass Microsoft die Unterstützung des elf Jahre alten Betriebssystems vor einem Jahr im Januar offiziell eingestellt hat.

Zu dem Zeitpunkt, berichtet netzpolitik.org, war allerdings noch von 33.000 Rechnern und Gebühren von 800.000 Euro die Rede. Alle Ministerien und Behörden sind für die Aktualisierung ihrer IT-Systeme selbst verantwortlich.

Die Bundesregierung hat auf Nachfrage von netzpolitik.org die Windows-7-Rechner nach Ministerien aufgeschlüsselt. Mit je über 10.000 Rechnern stehen dort das Auswärtige Amt und das Bundesministerium für Inneres, aber an der Spitze: das Bundesministerium für Verteidigung mit fast 30.000 Windows-7-Geräten.

Wir Open Source das „Heilmittel“?

Windows 7 wird generell immer noch sehr oft verwendet, nach Windows 10 am zweitmeisten. Allerdings: Ohne Software-Updates kann das beispielsweise in sensiblen Politikbereichen zur Schwachstelle werden. „Je länger ein Betriebssystem in Gebrauch ist, desto wahrscheinlicher ist es auch, dass Sicherheitslücken entdeckt und verbreitet werden“, schreibt netzpolitik.org. Mit anderen Worten, zugespitzt gesagt: Vorsicht vor Mitlesern aus Moskau und Peking.

Die IT-Infrastruktur ist stark abhängig von Microsoft-Software, laut Studie zu 96 Prozent. Sogenannte Open-Source-Alternativen werden geprüft: Der Bund plant seit gut fünf Jahren eine IT-Konsolidierung, sprich Modernisierung, die bis 2025 abgeschlossen sein soll.

Doch es heißt, das Großprojekt verzögere sich, laut netzpolitik.org um drei Jahre. Ob da Open Source das „Heilmittel“ wird?

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Die Bundesregierung sieht es als eines an, nicht als das einzige. Experten verweisen hierzu auch darauf, dass es keinen „krampfhaften“ Versuch geben dürfe, sich von amerikanischen Anbietern unabhängiger zu machen, obwohl die die beste Performance und Sicherheit böten.

So bleibt also weiter Wachsamkeit angesagt. Innerhalb der Bundesregierung, vor allem in sensiblen Ministerien wie Verteidigung, Äußeres und Inneres, und außerhalb – durch Websites, die auf die Probleme hinweisen, die sich im Zuge der dringenden weiteren Digitalisierung noch einmal deutlich offenbaren. Es wäre doch gut, sie ließen sich schnell beheben, am besten sogar noch vor dem Jahr 2025.

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