Helmut Holter, Bildungsminister in Thüringen und im Jahr 2018 Präsident der Kultusministerkonferenz. Foto: picture alliance / Jens Kalaene/
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Helmut Holter übernimmt das Amt Neuer Chef der KMK kommt aus Thüringen

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Thüringens Bildungsminister Helmut Holter wird neuer Präsident der Kultusministerkonferenz. Erstmals übernimmt damit ein Linken-Politiker das Amt.

Zum Jahreswechsel bekommt die Kultusministerkonferenz (KMK) turnusgemäß eine neue Spitze – 2018 wird es dabei eine Premiere geben. Mit dem thüringischen Bildungsminister Helmut Holter wird erstmals ein Politiker der Linken der KMK als Präsident vorstehen.

Gewählt wurde Holter als KMK-Präsident bereits Anfang des Monats, der Stabwechsel findet Mitte Januar statt. Holter ist als Bildungspolitiker noch relativ wenig profiliert. Er wurde erst Mitte des Jahres zum Bildungsminister im rot-rot-grünen Kabinett Thüringens ernannt, nachdem seine Vorgängerin wegen einer schweren Krankheit zurückgetreten war. Davor war der 64-jährige Holter von 2009 bis 2016 Fraktionsvorsitzender der Linken im Landtag von Mecklenburg-Vorpommern und zwischen 1998 und 2006 Arbeits- und Bauminister in dem Land – er galt bis zu seinem Amtsantritt in Thüringen also eher als Experte bei arbeits- und wirtschaftspolitischen Themen. Als KMK-Präsident folgt er auf Susanne Eisenmann (CDU), Kultusministerin in Baden-Württemberg.

Demokratiebildung soll ein Schwerpunktthema werden

In Thüringen setzte Holter erste Akzente, indem er in den Haushaltsverhandlungen mehr Geld für zusätzliche Erzieher- und Lehrerstellen sichern konnte – auch in Thüringen ist der Unterrichtsausfall hoch. Als Schwerpunkt für seine KMK-Präsidentschaft will Holter das Thema Demokratiebildung setzen. „Wir merken heute, dass Demokratie von jeder Generation neu gelernt werden muss“, erklärte er anlässlich seiner Wahl. Die heutigen Schülerinnen und Schüler seien „schließlich die Stützen und Verteidiger der Demokratie von morgen“.

Beschäftigen dürfte ihn ebenfalls, wie es mit der Digitalisierung in der Schule vorangeht – so ist eine Bund-Länder-Vereinbarung zur Ausgestaltung eines Digitalpakts für die Schulen noch immer nicht unterschrieben. Anders als seine Vorgängerin Eisenmann wird Holter allerdings keine neuen alarmierenden Ergebnisse aus Schulstudien verkünden müssen: Die nächste Pisa-Studie und der nächste Vergleich der Bundesländer kommen erst 2019 heraus. In diesem Jahr hatte sich gezeigt, dass die Grundschüler in Deutschland Rückschritte machen. Welche Konsequenzen aus diesen Befunden zu ziehen sind, wird für die Kultusminister gleichwohl auch 2018 Thema sein.

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