Beweglicher Ring aus Silber und Gold von Annette Lechler Foto: Miriam Künzli
p

Zeughausmesse im Deutschen Historischen Museum Alles, aber nicht zweckfrei

Ann-Kathrin Riedl
0 Kommentare

Vom 7. bis 10. Dezember findet im Innenhof des Deutschen Historischen Museums die 21. Zeughausmesse für angewandte Kunst statt

Ohrschmuck aus Silber und Feingold, der aussieht, als seien Blütenblätter ineinander montiert worden. Stehlampen aus Maulbeerbaum und Seidenpapier. Keramikgeschirr, über das sich feine Schlieren aus Silber ziehen, die den Verlauf sibirischer Flüsse nachzeichnen.

Was so fantasievoll klingt, sind ganz reale Produkte, die man auf der Zeughausmesse in Berlin finden kann. Seit 2004 ist sie ein Schaufenster für Gebrauchsgegenstände, die sich auf der feinen Grenze zur Kunst bewegen, aber dennoch funktional sind. In diesem Jahr versammeln sich 90 Kunsthandwerker im glasüberdachten Innenhof des Deutschen Historischen Museums, wo schon 1844 die erste Allgemeine Deutsche Gewerbe-Ausstellung stattfand. Die meisten haben sich ihren ungewöhnlichen Ideen schon seit vielen Jahren verschrieben, sie immer wieder weiterentwickelt und sich intensiv mit ihrem Arbeitsmaterial auseinandergesetzt. So nutzt der Keramikkünstler Jorge Mendez Canalias das aus Japan stammende Raku-Verfahren, eine spezielle Brenntechnik keramischer Massen, um Gefäße mit einzigartiger Farbgebung herzustellen, und die gelernte Silberschmiedin Antje Dienstbir weitet ihre Techniken auf Ton aus und stellt daraus Geschirr her. Die Entstehungsgeschichte dieser sogenannten "Modern Craft Objekte" ist weit komplexer ist als jene, die industriell hergestellte Objekte erzählen. Gemeinsam ist den Gegenständen, dass sie ein den reinen Gebrauchszweck übersteigendes Element besitzen.

Zeughausmesse für Angewandte Kunst und Design

7. bis 10. Dezember 2017

Deutsches Historisches Museum Berlin, Schlüterhof im Zeughaus

Unter den Linden 2, 10117 Mitte

Do 15-18 Uhr; Sa 10-21 Uhr; Fr, So 10-18 Uhr

Mehr Informationen unter www.zeughausmesse.de

Zur Startseite