Sexsymbol. Prinz Harry, rothaarig im Gegensatz zum Bruder, hat die Verlobung mit der US-Schauspielerin Meghan Markle verkündet. Foto: dpa
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Ginger Hair Warum uns rothaarige Menschen so sehr faszinieren
Jesko zu Dohna
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Boris Becker und die Frauen

Er lässt sich die Haare blond färben: Boris Becker und seine Frau Lilly. Foto: imago/ Apress
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Der Fall Boris Becker – der seine Haare inzwischen, ich vergebe ihm, blond färbt – scheint die Regel zu sein. Seine erste Ehefrau Barbara Becker und auch Lilly, mit der er momentan verheiratet ist, haben beide dunkle Haare und einen ganz anderen Hauttyp. Dass Angela Ermakowa, die Boris Becker im Juni 1999 in einer Londoner Besenkammer schwängerte, genau die richtigen Erbanlagen in sich trägt, und Tochter Anna jetzt sogar für das aktuelle Cover der ersten deutschen Redhead-Zeitschrift „MC1R“ posiert, ist eher ein Zufall.

Bei den meisten meiner rothaarigen Freunde ist es wie bei meinen Eltern. Der Vater hat rote, die Mutter schwarze Haare. Meine älteste Schwester und ich haben rote, meine andere Schwester hat blonde und mein Bruder schwarze Haare. Er entspricht mit seinen schlanken 1,94 Meter und seinem, wie wir in der Familie sagen, „flotten Bosporus-Look“ dem durch die Werbung propagierten Playboystyle. Für ihn kamen vor seiner Heirat – er hat jetzt übrigens, und das macht mir Hoffnung, auch einen rothaarigen Sohn – alle Frauen infrage, egal, welche Farbe ihre Haare hatten.

Vielleicht sollte ich ins warme Sizilien übersiedeln

Bei mir ist die Sache kniffliger. In neun von zehn Fällen verhalte ich mich ähnlich wie Boris Becker: Ich lerne eher brünette Frauen kennen. Das kann nicht nur daran liegen, dass ich sie attraktiver finde. Da muss irgendetwas Unterbewusstes eine Rolle spielen. Als Rothaariger muss man die eine Frau kennenlernen, die eben auf unsere Besonderheit steht – und das ist nicht unbedingt diejenige mit demselben Kupferton wie ich.

Vielleicht sollte ich für die Rettung unserer Art einfach ins warme Sizilien übersiedeln. Im Innern des Landes soll es dank der Normannen, die die Insel 1091 von den Muslimen eroberten, einen sehr hohen Anteil von Rothaarigen geben. Die Chancen, dort die Frau mit dem richtigen Erbgut zu finden, um unser besonderes Merkmal weiterzuvererben, stehen also gut. Und für meine Kinder wäre es in Italien auch nicht schlecht, nicht nur wegen der Eisdielen und der Campanili.

Die Bilder des amerikanischen Fotografen Joel Meyerowitz sind in der Retrospektive „Why Color?“ zu sehen. Sie eröffnet am 9. Dezember bei C/O Berlin (co-berlin.org).


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