Auf dem Grundstück eines sogenannten "Reichsbürgers" ist eine Flagge zu sehen. Foto: Nicolas Armer/dpap

Adrian UrsacheEx-Mister Germany und "Reichsbürger" wegen Mordversuchs angeklagt

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Dem Mister Germany von 1998 werden versuchter Mord, Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte sowie Verstöße gegen das Waffengesetz zur Last gelegt.

Gegen den Mister Germany von 1998, Adrian Ursache, ist Anklage wegen versuchten Mordes erhoben worden. Außerdem wirft die Staatsanwaltschaft dem 42-Jährigen, der vom Verfassungsschutz der Reichbürgerbewegung zugerechnet wird, gefährliche Körperverletzung, Verstöße gegen das Waffengesetz und Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte vor. Die Anklageschrift ist beim Landgericht Halle eingegangen, wie ein Gerichtssprecher am Mittwoch mitteilte. Laut Anklage soll Ursache bei der Zwangsräumung seines Hausgrundstückes in Reuden (Sachsen-Anhalt) am 25. August 2016 auf einen Polizisten geschossen haben.

Der Beamte sei nur dank seiner Schutzkleidung nicht tödlich getroffen worden, hieß es. Auch Ursache wurde verletzt. Ursache hatte das Grundstück zu seinem „Staatsgebiet“ erklärt. „Reichsbürger“ erkennen die staatliche Ordnung in Deutschland und Entscheidungen wie Gerichtsurteile oder Steuerforderungen nicht an. Sie behaupten, das Deutsche Reich bestehe bis heute fort. Im Oktober 2016 hatte ein „Reichsbürger“ in Georgensgmünd bei Nürnberg (Bayern) auf Polizisten geschossen. Ein 32 Jahre alter SEK-Beamter starb an seinen Verletzungen. Das Bundesamt für Verfassungsschutz beobachtet die „Reichsbürger“ seit Herbst 2016 und schätzt, dass bundesweit rund 10 000 Personen der Szene nahestehen. (dpa)