Alarmstufe Rot im Strafraum des 1. FC Union. Gegen den VfL Bochum hatte die Berliner Abwehr erneut große Probleme. Foto: Bernd Thissen/dpa
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Zweite Liga 1. FC Union Berlin patzt auch in Bochum

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Es läuft einfach nicht bei den Berlinern. Beim seit Mitte Oktober sieglosen VfL Bochum verliert Union trotz eines frühen Tors von Sebastian Polter mit 1:2.

Einen besseren Start hätte sich der 1. FC Union Berlin eigentlich nicht erhoffen können. Es waren keine vier Minuten gespielt, da rannte Sebastian Polter nach einem langen Pass von Innenverteidiger Toni Leistner frei aufs Bochumer Tor zu und schoss den Ball durch die Beine von Felix Dornebusch zum 1:0 für die Berliner ins Tor. Gegen einen verunsicherten Gegner, der seit sechs Spielen nicht mehr gewonnen hatte, schon zwei Trainer in dieser Saison verschlissen hat und von seinen Fans im Stadion mit Schweigen gestraft wurde, sprach alles für Union – und doch gab es im Auswärtsspiel beim VfL Bochum am Sonntag die zweite Niederlage in den letzten drei Spielen. Vor 13 119 Zuschauern unterlag Union den bisher weit hinter den Erwartungen gebliebenen Bochumern mit 1:2 (1:1). „Wir machen zu viele Fehler und bekommen zu einfache Tore“, kritisierte Jens Keller.

Unions Trainer hatte seine Mannschaft im Vergleich zum 3:3 gegen Darmstadt 98 vor einer Woche auf einer Position verändert. Für Dennis Daube kehrte Felix Kroos ins zentrale Mittelfeld zurück. Dem Kapitän gelang es nach dem frühen Führungstreffer aber nicht, Ordnung und Ruhe in die Aktionen der Berliner zu bringen. Auf einem durch den starken Regen schwer bespielbaren Rasen taten sich beide Teams sehr schwer und so reihten sich viele Fehlpässe aneinander. „Zweite Liga ist auch immer viel Kampf“, sagte Leistner. „Das müssen wir erstmal wieder auf den Platz bringen.“

Nach etwa zehn Minuten erholten sich die Bochumer dann vom Schock des frühen 0:1 und intensivierten ihre Angriffsbemühungen. Diese waren zwar von sehr bescheidener Qualität, gegen die aktuell stark verunsicherte Berliner Defensive reichte das jedoch, um sich einige Chancen zu erarbeiten. Der ehemalige Schalker Sidney Sam verschenkte eine gute Gelegenheit mit einer schwachen Ballmitnahme, auch Stürmer Johannes Wurtz ließ eine gute Abschlussmöglichkeit aus. Gerade bei hohen Bällen fehlte Unions Hintermannschaft die nötige Ordnung und Konsequenz. So war der Ausgleich kurz vor der Pause verdient – wenn auch sehr unglücklich für die Berliner. Einen Schuss von Kevin Stöger von der Strafraumgrenze fälschte Leistner unhaltbar für Torwart Jakob Busk ab.

In der zweiten Halbzeit wurde das Spiel aus Berliner Sicht jedoch noch unangenehmer. Wie schon gegen Heidenheim und Darmstadt fehlte nun jegliche Kontrolle. Union schaffte es kaum mehr, den Ball über mehrere Stationen in den eigenen Reihen zu halten und Bochum wurde immer dominanter. So schafften es die Gastgeber, die eigenen Fans wieder zu zaghaften Anfeuerungen zu bewegen. Hatte man in der ersten Halbzeit nur die etwa 1000 mitgereisten Berliner gehört, schallte nun immer öfter ein „VfL, VfL“ durchs nur halb gefüllte Stadion.

Keller versuchte, auf die Probleme der eigenen Mannschaft zu reagieren und wechselte in kurzer Abfolge Stephan Fürstner, Steven Skrzyski und Damir Kreilach ein. Union fand dadurch wieder etwas mehr Stabilität, das Angriffsspiel war aber weiter kaum existent. Bis auf zwei Kopfbälle von Polter und Leistner blieben die Berliner harmlos. Doch auch Bochum hatte noch eine Chance – und nutzte sie durch einen Schuss von Lukas Hinterseer. „Das 1:1 hätten wir mitnehmen müssen“, sagte Keller. „Aber es hat heute nicht gereicht.“ (Tsp)

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