Ach hör auf! Thomas Kraft musste das Training abbrechen. Foto: picture alliance / Soeren Stache
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Vor dem Bundesliga-Rückrundenstart Hertha BSC hat keine Zeit für Experimente

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Hertha BSC reist ohne Thomas Kraft zum Vorbereitungsturnier nach Bielefeld – am Freitag verletzte sich der Keeper im Training.

Thomas Krafts Wortwahl war nicht ganz jugendfrei, aber darauf konnte er im konkreten Fall keine Rücksicht nehmen – obwohl auch am Freitagnachmittag wieder Kinder zum Trainingsplatz von Hertha BSC gekommen waren. „Fuck!“, brüllte Kraft also, schlug mit der flachen Hand auf den Rasen und wiederholte seinen Fluch. Wenig später hatte sich bereits ein Kreis um den am Boden liegenden Torhüter des Fußball-Bundesligisten gebildet, angeführt von Physiotherapeut Michael Becker, der Krafts linkem Knie umgehend eine dicke Bandage verpasste. Mathew Leckie, der zuvor mit dem Keeper zusammengerasselt war, entschuldigte sich zwar noch mit einem freundschaftlichen Handschlag bei ihm, aber diese Geste konnte das Geschehene auch nicht mehr rückgängig machen.

„Das sah nicht gut aus, Thomas hat einen Schlag auf das Knie bekommen“, sagte Trainer Pal Dardai nach der Einheit, „aber eine richtige Diagnose habe ich auch nicht, dafür muss ich noch mal nachfragen.“ Immerhin dürfte sicher sein, dass Kraft nicht wie geplant die Reise zum Wintercup nach Bielefeld antritt, wo Hertha am Samstag zunächst gegen den 1. FC Köln testet (15.50 Uhr) und im Anschluss – je nach Ausgang der Partien – auf die gastgebende Arminia oder Hannover 96 trifft.

Für Kraft rückt Jonathan Klinsmann auf

Dardai versuchte dennoch, den Ausfall seines zweiten Torhüters mit Humor zu nehmen. „Wir wollten sowieso nur mit zwei Torhütern nach Bielefeld fahren“, sagte der Ungar, „wenn einem etwas passiert, kann der andere einspringen – und wenn beiden etwas passiert, kann Fabian Lustenberger auch einspringen. Er kann das, wirklich.“ Allerdings nicht ganz so gut wie Jonathan Klinsmann, der Krafts Platz bis auf Weiteres besetzen wird.

Insgesamt nimmt Dardai 22 Spieler mit zum Vorbereitungsturnier nach Ostwestfalen, bei dem ein Spiel zwei Mal 30 Minuten dauert. Nach altem Vorbereitungsschema wird Herthas Cheftrainer zwei komplett unterschiedliche Teams aufs Feld schicken, die jeweils über die volle Spieldauer Praxis unter Wettkampfbedingungen sammeln sollen. „Hinter uns liegt eine kernige Woche“, sagte Dardai nach der Einheit am Freitag, in der vor allem Sprintübungen auf dem Programm standen. „Jetzt will ich sehen, wie weit wir fußballerisch sind. Was das Körperliche angeht, habe ich keine Sorgen.“ Zumal die Winterpause wegen der Weltmeisterschaft im Sommer so kurz war wie seit langem nicht mehr.

„Ich bin eigentlich ganz froh, dass es gleich weitergeht“, sagt Dardai. Einziger Nachteil für Hertha ist, dass die Spiele in Bielefeld die einzigen Tests vor dem Rückrundenstart am kommenden Wochenende beim VfB Stuttgart sind. Zeit für Experimente bleibt da kaum, obwohl Dardai beinahe der komplette Kader zur Verügung steht. Deshalb dienen die verkürzten Testspiele zwangsläufig als Gradmesser vor dem Start ins Spieljahr 2018. „Ich will sehen, dass alle über 60 Minuten mit vollem Einsatz dabei sind“, sagte Dardai, „in erster Linie geht es darum, dass wir unseren Rhythmus für das nächste Wochenende wiederfinden.“ Und dass nicht noch mehr Leute kurzfristig ausfallen.

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