Endlich wieder Grund zur Freude für die Volleys. Foto: Imago
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Volleyball-Bundesliga BR Volleys schlagen Haching mit 3:1

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Gegen den Tabellenachten klappt bei den Berlinern noch nicht alles, vor allem das Zusammenspiel muss besser werden. Ein Aufwärtstrend zeichnet sich dennoch ab.

Pierre Pujol schließt von hinten die Arme um Diagonalangreifer Paul Carroll, der streckt die Zunge raus und kneift die Augen zu, lässt sich kurz drücken und jubelt mit der Mannschaft. Er hatte gerade durch einen gnadenlosen Schmetterball das 12:10 im ersten Satz geholt. Vier Punkte später, beim Stand von 14:12, sprang sein Kollege Robert Kromm am Netz hoch und tat es ihm gleich. Frenetischer Jubel in der Halle. Es war ebenfalls Carroll, der, mit einem wohlplatzierten Schmetterball an die Grundlinie, den ersten Satzgewinn sicherstellte.

Carroll und Kromm waren die Leuchttürme der Mannschaft, die altgedienten Leistungsträger, die den 3:1-Sieg (25:20, 21:25, 25:16, 25:23) gegen die AlpenVolleys Haching am Mittwochabend zu verantworten hatten. Denn ansonsten war die Leistung der Volleys eher mäßig: In jedem Satz wurde der Tabellendritte mindestens einmal überholt, im dritten Satz führten die Hachinger, die in der Bundesligatabelle auf dem achten Platz stehen, sogar mit fünf Punkten.

Volleys sind nun auf Platz zwei

Steven Marshall verschlug im zweiten und dritten Satz Angaben, kam bei seinen Angriffen in den ersten zwei Sätzen kaum durch. Das wendete sich erst im dritten Satz zum Besseren. Graham Vigrass, etwas unkonzentriert bei der Annahme, wurde von Trainer Luke Reynolds im zweiten Satz ausgewechselt. Vigrass' Körpersprache drückte aus, dass er sich nicht so recht wohl fühlte: Gesenkter Blick, nervöses Zupfen an den Shorts, in die Seiten gestemmte Hände, nervöser Blick zur gegnerischen Seite. Prompt verschlug er einen Schmetterball, verunsicherte sich selbst und seine Mannschaft damit zusätzlich und trug zum vergebenen zweiten Satz bei. Allerdings fing er sich im dritten Satz wieder und holte durch einige lehrbuchartig gespielte Angriffe die bitter benötigten Punkte für seine Mannschaft.

Insgesamt wirkten die Volleys wesentlich gefestigter in ihrer Annahme, vergaben deutlich weniger Punkte wegen schlechter Reaktionen, als noch in der Anfangsphase der Saison. Dafür hakte es im Aufbau: Sicher angenommene Bälle wurden allzu wackelig gestellt, so dass Carroll und Kromm den Ball oft nur noch butterweich auf die ausgestreckten Arme der Hachinger pritschen konnten. Die 5569 Zuschauer in der Max-Schmeling-Halle hatten des Öfteren Grund zu murren und zu pfeifen. Vor allem Neuzugang Pierre Pujol und Libero Luke Perry kamen sich häufig ins Gehege, rempelten sich teilweise an und ließen so Bälle fallen. Am Ende aber stimmte das Resultat; am Zusammenspiel werden die Volleys dennoch weiter arbeiten müssen.

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