Mit Luft nach oben. Gegen die Wild Wings hat Nick Petersen noch Nachholbedarf. Foto: Sophia Kembowski/dpa
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Topsturm der Eisbären Berlin Schwenningen als Herausforderung

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Auf die Paradereihe der Eisbären wartet am Mittwochabend im Auswärtsspiel bei den Schwenninger Wild Wings eine knifflige Aufgabe.

Die Schwenninger Wild Wings sind in gewisser Weise ein einzigartiger Klub. Das gilt in dieser Saison nicht nur deswegen, weil die Schwarzwälder mit vergleichsweise geringem Etat auf einem überraschenden sechsten Tabellenplatz in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) stehen. Besonders macht die Schwenninger noch etwas anderes: Sie sind die einzige Mannschaft, gegen die der Paradesturm der Eisbären in dieser Spielzeit erfolglos geblieben ist. Weder Sean Backman, noch Nick Petersen und auch nicht James Sheppard konnten gegen die Wild Wings einen Scorerpunkt verbuchen.

Das hängt zuallererst damit zusammen, dass Schwenningen der einzige DEL-Klub ist, gegen den die Eisbären erst einmal gespielt haben. Am Mittwoch treten die Berliner beim Team von Ex-Bundestrainer Pat Cortina an (19.30 Uhr/live bei Telekomsport.de). Auf Backman, Petersen und Sheppard wird es dann wieder ankommen, wie zuletzt so oft. Am vergangenen Sonntag erzielte das Trio fünf der sechs Treffer gegen Mannheim. Seit Uwe Krupp die drei Nordamerikaner am 5. Spieltag in eine Formation gesteckt hat, gab es nur zwei Spiele, in denen nicht wenigstens einer von ihnen an einem Tor beteiligt war. 30 der letzten 72 Berliner Treffer haben Backman, Petersen oder Sheppard erzielt. In der Plus-Minus-Statistik der DEL, die darüber Auskunft gibt, wer bei einem Tor oder Gegentor auf dem Eis steht, liegen die drei Eisbären-Stürmer auf den Plätze eins bis drei – mit deutlichen Abstand zum Vierten.

„Ganz klar, wir stünden nicht so gut wie wir stehen, wenn wir die drei Spieler nicht hätten“, sagt Uwe Krupp. Der Eisbären-Trainer steht nicht unbedingt im Verdacht, einzelne Profis über den Erfolg des ganzen Teams zu stellen. Deshalb sagt er auch: „Eishockey ist ein Mannschaftssport, das darf man nicht vergessen. Du gewinnst die Spiele nicht mit Backman, Sheppard und Petersen alleine.“

In nur zwei Saisonspielen seit sie gemeinsam auflaufen, hat nicht wenigstens einer aus der Topreihe gepunktet

Was nach typischer Trainer-Rhetorik klingt, ist tatsächlich belegbar. In Krefeld zum Beispiel spielen mit Daniel Pietta und Marcel Müller zwei seit Jahren überaus erfolgreiche Stürmer. Doch die persönlichen Statistiken korrelieren nicht mit den Ergebnissen der Mannschaft. Krefeld steht auch in diesem Jahr wieder nur auf Platz zwölf in der DEL.

Die Eisbären haben zumindest in dieser Saison eine richtig gute Balance im Team. Ein Marcel Noebels zum Beispiel hat eine viel defensivere Rolle als noch vor zwei Jahren, als er selbst Teil des besten Berliner Sturms war. „Ich weiß, wie es ist, in so einer Reihe zu spielen. Die Drei haben zusammen gefunden und wie sie das machen, ist schon beeindruckend“, sagt er.

Die Rollen in der Formation sind dabei klar verteilt. Sheppard ist der Taktgeber in der Mitte, der seine Kollegen auf den Flügeln mit Zuspielen versorgt. Backman ist der klassische Torjäger, der aus jeder Lage abschließt. Und Petersen zeichnet sich für die spektakulären Momente verantwortlich. „Es macht derzeit richtig viel Spaß, zusammen zu spielen“, sagt Petersen. Und trotzdem glaubt er: „Wir haben immer noch Luft nach oben.“

Sätze wie diese hört ein Trainer gern und bevor die Eisbären am Mittwoch in Schwenningen spielen, wird Uwe Krupp vermutlich nicht noch einmal die Treffer gegen Mannheim zeigen, sondern Bilder vom 3:1-Heimsieg gegen die Wild Wings Mitte Oktober. Und vielleicht beiläufig erwähnen, wer sich im Vergleich zu damals noch steigern könnte.

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