Petar Nenadic zieht ab dem neuen Jahr nach Veszprem. Foto: dpa
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Petar Nenadic verlässt die Füchse Ein Abschied, der schmerzt

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Die Füchse stehen in der Handball-Bundesliga glänzend da. Bleibt das so, wenn ihr Torjäger im Winter geht? Ein Kommentar.

Es ist fast schon ein Mantra von Bob Hanning. Der Manager der Füchse Berlin wird seit Jahren nicht müde zu betonen, dass der Handball-Bundesligist zur Stelle sein will, wenn es denn soweit ist. Gemeint ist damit der Fall, dass einer der drei großen Klubs aus Mannheim, Flensburg und Kiel einmal schwächeln sollte. In den letzten fünf Jahren spielten ja diese drei Mannschaften die ersten drei Plätze, die für die Champions League berechtigen, allein unter sich aus. Der Rest, frei nach Hanning, habe eine Meisterschaft um Platz vier ausgespielt.

In dieser Saison scheint es nun soweit zu sein. Das Feld ist enger zusammengerückt, und nach einigen Aussetzern der Konkurrenz stehen die Berliner vor den letzten beiden Hinrundenspielen punktgleich mit Tabellenführer Flensburg auf Platz zwei. Doch anstatt nun alle möglichen Kräfte zu mobilisieren, verkündete der Verein zum Wochenstart eine Personalentscheidung, über die bereits seit längerem spekuliert worden war: Petar Nenadic wird die Füchse bereits zum Jahresende verlassen. Für den Torjäger aus Serbien zahlt sein neuer Klub Veszprem dem Vernehmen nach zwar eine Ablöse von 500 000 Euro – in Berlin wird diese Summe aber wohl vor allem als Schmerzensgeld verstanden werden müssen. Mit Nenadic verliert der Klub einen Handballer von Weltklasseformat. Seine für jeden Gegner unberechenbaren Aktionen und die vielen Tore brachten die Berliner erst in die komfortable Lage, in der sie sich zur Zeit befinden. Nicht wenige zählten die Füchse mittlerweile zu den Kandidaten für die Meisterschaft auch um Rang eins. Ohne Nenadic muss man die Dinge nun aber neu bewerten.

Für Bob Hanning wird sich an seinem Mantra trotzdem nichts ändern. Ein Teil der Transfereinkünfte hat der Verein bereits reinvestiert. In den Zukunftsplänen der Füchse wird Malte Semisch von Hannover-Burgdorf Torhüter Petr Stochl nachfolgen, der im Sommer seine Karriere beendet. Zudem kommt Kreisläufer Mijaljo Marsenic von Skopje. Die Füchse werden also gerüstet sein. Wenn nicht für jetzt, dann eben für nächstes Mal.

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