Armin Veh ist ein Beleg dafür, dass es in Deutschland keinen Markt für Sportdirektoren gibt. Foto: dpa
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Neuer Sportdirektor beim 1. FC Köln Armin Veh? Hauptsache irgendwer!

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Kölns Suche nach einem Sportdirektor war geradezu exemplarisch für die Bundesliga, meint Stefan Hermanns in seinem Kommentar.

Wenn die Namen stimmen, die in den vergangenen Tagen als Kandidaten für das Amt des Sportdirektors beim 1. FC Köln genannt worden sind, dann sagt das nicht nur einiges über die Probleme des 1. FC Köln. Es sagt auch einiges über den Markt der Sportdirektoren im deutschen Fußball. Es gibt keinen.

Der 1. FC Köln hat sich um Horst Heldt bemüht, der beim Bundesligakonkurrenten Hannover 96 unter Vertrag steht. Der 1. FC Köln soll sich mit Dietmar Beiersdorfer beschäftigt haben, der zuletzt beim HSV krachend gescheitert ist. Und am Ende haben die Kölner für den Posten, der seit dem Abgang von Jörg Schmadtke vor sechs Wochen vakant ist, jemanden gefunden, der zuletzt 1990 als Manager im Fußball tätig war. Armin Veh wird also neuer Sportdirektor in Köln, was FC-Präsident Werner Spinner gleich als „echtes Aufbruchssignal“ verkaufen wollte.

Angesichts Vehs Vita dürfte das ein wenig zu optimistisch gedacht sein. Armin Veh hat bisher fast ausschließlich als Trainer gearbeitet, und das seit dem Gewinn der deutschen Meisterschaft mit dem VfB Stuttgart vor zehn Jahren auch nur noch mit überschaubarem Erfolg. Bei den fünf auf den VfB folgenden Stationen hat er es nur einmal – bei Eintracht Frankfurt – länger als ein Jahr ausgehalten. Und in seinem neuen Job wird es noch viel mehr auf eine langfristige Planung und strategische Herangehensweise ankommen.

Kölns Suche nach einem Sportdirektor war geradezu exemplarisch. Man wildert bei der Konkurrenz, nimmt jemanden, der nicht unbedingt den besten Ruf hat, oder, wenn selbst das nicht klappt, einen Anfänger ohne administrative Erfahrung in diesem Metier. Trotzdem: Der Eiertanz in der Personalie Peter Stöger hat gezeigt, dass die offene Stelle zwingend besetzt werden musste; dass der Klub in seiner Führung mit Blick auf einige wegweisende Entscheidungen in diesem Winter dringend sportliche Expertise benötigt. Hauptsache irgendwen. Dieses Kriterium erfüllt Armin Veh auf alle Fälle.

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