Deutsche Chaoten pöbeln in Prag. Foto: dpap

Nach Nazi-Parolen in Prag Fifa ermittelt gegen den DFB

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Nachdem deutsche Chaoten beim Spiel Tschechien gegen Deutschland Nazi-Parolen grölten, leitet die Fifa nun ein Disziplinarverfahren ein.

Der Fußball-Weltverband Fifa hat ein Disziplinarverfahren gegen den Deutschen Fußball-Bund (DFB) und den Tschechischen Fußball-Verband eingeleitet. Dies bestätigte ein Fifa-Sprecher am Mittwoch dem Tagesspiegel. Die Fifa ermittelt, weil deutsche Chaoten während des WM-Qualifikationsspiels am vergangenen Freitagabend in Prag Nazi-Parolen gegrölt und gepöbelt hatten. Diskriminierung ist laut Fifa-Reglement verboten.

Deutsche Krawallmacher störten eine Schweigeminute für zwei gestorbene tschechische Fußballfunktionäre mit Schmährufen, ebenso die Nationalhymnen. Leipzigs Stürmer Timo Werner wurde mit wüsten Beleidigungen bedacht. Tiefpunkt der Partie: „Sieg“-Rufe nach dem Siegtreffer zum 2:1 durch Mats Hummels wurden auf der Tribüne mit „Heil“-Rufen beantwortet.

Viele der Krawallmacher sollen aus Dresden kommen

Bundestrainer Joachim Löw, aber auch Spieler wie Mats Hummels, meldeten sich zu Wort und verurteilten das Verhalten der vermeintlichen Fans. Bundestrainer Joachim Löw, der nach eigener Aussage von den Zwischenfällen zunächst nichts mitbekommen hatte, sagte: „Diese Chaoten wollen wir nicht. Wir sind nicht deren Nationalmannschaft, das sind nicht unsere Fans.“ DFB-Präsident Reinhard Grindel sprach sich für stärkere Kontrollen bei der Ticketvergabe in Europa aus.

Nach Informationen der „Bild“-Zeitung sollen große Teile der aufgefallenen Stadionbesucher aus der Dresdner Hooligan-Szene stammen. Demnach soll es sich um Mitglieder der rechtsextremen Gruppen „Faust des Ostens“ und „Hooligans Elbflorenz“ handeln. Die sächsische Polizei identifizierte bei der Sichtung des Bildmaterials von der Partie bislang mindestens 13 Angehörige der Dresdner Fanszene. (Tsp/dpa)

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