Unesco-Hauptquartier in Paris. (Archiv) Foto: dpa/Christophe Petit Tresson/EPA
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Weltkulturorganisation USA und Israel verlassen die Unesco

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Die US-Regierung kündigt ihren Rückzug aus der Weltkulturorganisation Unesco an - wegen "antiisraelischer Tendenzen" in der Organisation. Israel zieht prompt nach.

Die USA treten zum 31. Dezember 2018 aus der Unesco aus. Das ging am Donnerstag aus einer Erklärung des US-Außenministeriums hervor. Der Schritt sei der Regierung nicht leicht gefallen, erklärte Sprecherin Heather Nauert.

Bereits zuvor hatten israelische Medien unter Berufung auf das US-amerikanische Nachrichtenportal „Foreign Policy“ von Donnerstag berichteten, die Trump-Regierung werfe der Unesco antiisraelische Tendenzen vor. Die US-Regierung verweist demnach auf jüngste israelkritische Resolutionen der Unesco, darunter Entschließungen, in denen Israel für sein Verhalten in Ostjerusalem kritisiert wird. Die Entscheidung steht laut Berichten in Zusammenhang mit Versuchen der US-Regierung, die Zuschüsse zu der UN-Organisation zu kürzen.

Unesco-Generaldirektorin Irina Bokowa bedauerte die Entscheidung Washingtons zutiefst. Der Entschluss sei ihr offiziell von US-Außenminister Rex Tillerson mitgeteilt worden, erklärte sie in Paris.

Nach den USA kündigte auch Israel seinen Austritt aus der Unesco an. Das teilte das Büro von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu am Donnerstag in Jerusalem mit.

Seit einigen Jahren liegen die USA mit der Weltkulturorganisation über Kreuz

In den 1980er Jahren hatte sich die USA unter Präsident Ronald Reagan bereits ein erstes Mal aus der Unesco zurückgezogen. Als Gründe gaben sie damals die anti-westliche Politisierung und ein ineffizientes Management an. 2003 war das Land unter Präsident George W. Bush wieder beigetreten.

Die Arbeit der Unesco stand in den vergangenen Jahren immer wieder im Schatten von Streit vor dem Hintergrund des Nahostkonflikts. Nach der Aufnahme Palästinas in die Organisation hatten die USA 2011 unter Barack Obama ihre Zahlungen an die Unesco gestoppt - dabei wären sie eigentlich der größte Beitragszahler. Im Sommer sorgte die Entscheidung, die Altstadt von Hebron zum palästinensischen Weltkulturerbe zu erklären, für Empörung in Israel.

Die Unesco ist vor allem für die Listen des Weltkulturerbes bekannt. Doch die Organisation mit 2100 Mitarbeitern und einem dreistelligen Millionen-Etat ist in vielen weiteren Feldern aktiv - von Bildung über Biosphärenreservate bis Gleichberechtigung. Ihr Auftrag ist es, das wechselseitige Verständnis zwischen den Nationen zu fördern.

Der Unesco-Exekutivrat stimmt in dieser Woche in Paris über die Nachfolge von Unesco-Chefin Bokowa ab. Dabei gibt es ein heftiges Tauziehen. Im Exekutivrat der UN-Kulturorganisation hatten am Mittwoch der katarische Kandidat Hamad bin Abdulasis al-Kawari und die französische Ex-Ministerin Audrey Azoulay gleichauf gelegen. Beide erhielten 18 der 58 Stimmen - nötig ist eine absolute Mehrheit von 30 Stimmen. Auf Platz drei lag die ägyptische Bewerberin Muschira Chattab mit 13 Stimmen. Daneben waren noch die Kandidaten Chinas und des Libanons im Rennen. (dpa, KNA)

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