Stefan Plöchinger wechselt von der "Süddeutschen Zeitung " in München zum "Spiegel" nach Hamburg Foto: picture alliance / Medienholdingp

Nach sechs Jahren in München Stefan Plöchinger kehrt zum "Spiegel" zurück

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Stefan Plöchinger hat in München bewiesen, dass er erfolgreiche Bezahlmodelle für Journalismus umsetzen kann. Der "Spiegel" verpflichtet ihn nun als Leiter Produktentwicklung.

Einmal "Spiegel", immer wieder "Spiegel"? Stefan Plöchinger jedenfalls kehrt nach Hamburg zurück. Vor sechs Jahren wechselte er nach München, um als Mitglied der Chefredaktion der "Süddeutschen Zeitung" für digitale Projekte und Chefredakteur von sz.de zu arbeiten. Nun kommt er laut einer Pressemitteilung des Spiegel-Verlags in neuer Funktion zurück: Er wird Leiter Produktentwicklung in der Spiegel-Gruppe. Er werde im Laufe des ersten Quartals 2018 die neu geschaffene Position antreten, in der er auch das Produktmanagement verantwortet, an und verstärke das Führungsteam von Geschäftsführer Thomas Hass.

"Stefan Plöchinger kennt die Herausforderungen der Medienhäuser, die mit großem Aufwand hochwertigen Journalismus produzieren, aus langjähriger Erfahrung", wurde Hass zitiert. Er bringe alle notwendigen Voraussetzungen mit, um die großen Wachstumschancen erfolgreich nutzen zu können, die in der Entwicklung von Spiegel-Produkten liegen würden. "Gemeinsam mit den Geschäftsführungen und Chefredaktionen von Print und Online wird er als kaufmännischer Partner das multimediale Produktportfolio des Spiegel steuern und weiter ausbauen", so Thomas Hass weiter.

Print und Online zusammenwachsen lassen

Plöchingers Aufgabe wird sicherlich auch darin bestehen, die Redaktionen von Print und Online weiter zusammenzuführen. Das ist ein Spiegel-Thema mit Ewigkeitswert, auch daran scheiterte Wolfgang Büchner, als er Spiegel-Online- und "Spiegel"-Chefredakteur war. Stefan Plöchinger äußerte sich in einer "SZ"-Mitteilung selbst. Nach der erfolgreichen Umsetzung zentraler Reformprojekte „reizt mich die neue Aufgabe in Hamburg sehr. Ich freue mich auf die vielen Chancen, die sich in der Weiterentwicklung der Spiegel-Produkte bieten“.

Chefredaktion und Geschäftsführung der "Süddeutschen" bedauerten Plöchingers Abschied. Er habe entscheidende Beiträge zur Entwicklung der "SZ" und zum Zusammenwachsen von Print und Online geliefert. Dazu gehörte unter anderem die Einführung des Bezahlangebots „SZ Plus“ für SZ.de und die digitale Ausgabe der Zeitung. Stefan Plöchinger kann sich auf seine Fahnen schreiben, dass hier zweistellige Millionenerlöse generiert werden. Das soll ihm auch beim Spiegel gelingen, wo für Paid Content noch keine erfolgreichen Modelle entwickelt wurden.

Geschäftsführender Redakteur bei Spiegel Online

Der 41-jährige Plöchinger arbeitete zunächst als Lokalreporter bei der "Süddeutschen Zeitung", ehe er von 1997 bis 2001 die Deutsche Journalistenschule in München absolvierte. Danach war er Politikredakteur bei der „Abendzeitung“, von 2004 bis 2006 im CvD-Team bei der „Financial Times Deutschland“ tätig und danach Chef vom Dienst, Textchef und Geschäftsführender Redakteur bei Spiegel Online. Danach kamen die sechs Jahre in München.

Schon stellt sich die Frage, wer die Lücke bei der "Süddeutschen" füllen wird. Die Branche erinnert sich, dass Mathias Müller von Blumencron seine Position als Digital-Chef der "Frankfurter Allgemeine Zeitung" zum Jahresende aufgibt. Seinen Posten als Chefredakteur Digitale Produkte übernimmt am 1. Januar Carsten Knop.

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