Das Ostkreuz wird zum "Fernbahnhof". Möglich wird dies durch den Bau eines neuen Bahnsteigs. Foto: Wolfgang Kumm/dpa
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Zugverkehr in Berlin Ostkreuz wird zum "Fernbahnhof"

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Am Ostkreuz in Berlin halten jetzt auch ein IC sowie der private Fernzug von Locomore nach Stuttgart. Und vom Zoo geht’s wieder in die weite Welt.

Das Ostkreuz, die Station mit den meisten Zughalten in Deutschland, mausert sich ganz langsam sogar zu einem Fernbahnhof. Die Bahn will dort zum ersten Mal frühmorgens auch einen Intercity der Route Cottbus–Norddeich halten lassen. Allerdings erst ab Juni. Bei der Rückfahrt gibt der Fahrplan – noch – keinen Stopp her. Aber schon zum Fahrplanwechsel am 10. Dezember wird auch der private Fernzug von Locomore nach Stuttgart, der mithilfe von Flixbus und dem tschechischen Unternehmen Leo-Express nach der Pleite auf die Schiene zurückgekehrt ist, einen Stopp am Ostkreuz einlegen. Damit wird die Station zum neunten „Fernbahnhof“ in Berlin.

Möglich wird dies durch den Bau eines neuen Bahnsteigs im Ost-West-Verkehr, der zunächst nur für den Regionalverkehr gedacht war. Er geht zum Fahrplanwechsel in Betrieb und ist auch für Fernzüge geeignet. Damit gebe es weitere rund 200 Zughalte am Ostkreuz, sagte Renado Kropp, der Leiter Vertrieb und Fahrplan beim Netzbereich Ost der Bahn AG.

Am Ostkreuz halten mit dem Fahrplanwechsel die Regionalbahnen der Linien RE 1 (Magdeburg–Frankfurt/Oder), RE 2 (Wismar–Cottbus), RE 7 (Dessau–Wünsdorf-Waldstadt) und RB 14 (Nauen–Flughafen Schönefeld). Dafür stoppen die Züge nicht mehr in Karlshorst.

Die einstigen Anlagen für den Fern- und Regionalverkehr werden dort abgerissen. Die Züge der RE 2 „erkaufen“ sich ihren Stopp am Ostkreuz mit dem Verzicht auf einen Halt im Ostbahnhof. Nur so lässt sich der Fahrplan einhalten. Auf den anderen Linien bleibt es beim Stopp im benachbarten Ostbahnhof.

Größter Fahrplanwechsel in der Region seit der Inbetriebnahme der Nord-Süd-Strecke

Noch läuft das Ostkreuz im Fernverkehr dem Ostbahnhof nicht den Rang ab. Bahnintern gibt es aber Stimmen, die sagen, es sei ein Fehler gewesen, den Ostbahnhof aufwendig zu sanieren. Der bessere Standort wäre das Ostkreuz gewesen – mit seinen zahlreichen Umsteigemöglichkeiten ins S-Bahn-Netz. Auch wenn die Pläne, die U-Bahn bis zum Ostkreuz zu verlängern, wieder begraben wurden.

Der fast abgeschlossene Umbau des Ostkreuzes und die Inbetriebnahme der vollständigen Aus- und Neubaustrecke Berlin–München durch den Thüringer Wald, die auch für Fahrgäste aus Brandenburg die Reisezeit verkürzt, führt nach Kropps Angaben zum größten Fahrplanwechsel in der Region seit der Inbetriebnahme der Nord-Süd-Strecke mit den Stationen Gesundbrunnen; Hauptbahnhof und Südkreuz für den Fernverkehr.

Vom Zoo geht's erstmals wieder in die weite Welt

10.325 Fahrten-Anmeldungen habe es für die Region gegeben, sagte Kropp. Der Fernverkehr auf der Anhalter Bahn nimmt um 35 Prozent zu. Und auf der Hamburger Bahn gibt es 150 Prozent mehr Trassen für den Güterverkehr.

Auch im Bahnhof Zoo und in Wannsee stoppt ein Fernzug mehr. Der Nachtzug Berlin–Zürich der Österreichischen Staatsbahn ÖBB legt nun auch in diesen Bahnhöfen einen Stopp ein. Der Pro- Bahn-Landesvorsitzende Peter Cornelius freut sich: „Damit fährt nach vielen Jahren erstmals wieder ein internationaler Fernzug vom Bahnhof Zoo in die weite Welt.“

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