Ob Erd- oder Haselnuss - für Eichhörnchen gilt: Hauptsache Nuss. Foto: Georg Wendt/dpa
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Wildtiere in Berlin Zwei Nüsse für das Eichhörnchen

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Wenn es morgens um acht in Berlin auf dem Fensterbrett kratzt, kann es sich um sehr possierlichen Besuch handeln. Eine Glosse.

Natürlich, der Fuchs. Schließlich ist es kurz vor Mitternacht und der schön gezeichnete Vierbeiner kreuzt um diese Zeit häufig die Straße zwischen Kindergarten und Kollwitzplatz. Sehr entspannt und ohne Hektik, manchmal mitten auf der Kreuzung verweilend. Eigentlich ist es unser Fuchs, wir meinen, ihn zu kennen. Und hat er nicht gerade wieder lange in unsere Richtung geschaut? Als ich kurze Zeit später ins Bett gehe, weiß ich nichts von den zwei Haselnüssen, die der Mann an meiner Seite aufs Fensterbrett des Schlafzimmers gelegt hat. Auch noch nicht, als ich gegen acht Uhr morgens von einem kratzenden Geräusch aufwache.

Der Mann hat schon die Brille auf der Nase und scheint vor Aufmerksamkeit nicht mehr zu atmen: Auf unserem Fensterbrett arbeitet sich ein Eichhörnchen an einer Haselnuss ab. Ist das niedlich! Erst gestern hatten wir den Eichkater im Baum vor unserem Fenster entdeckt. Nun wurden Lockmittel eingesetzt. Und während ich verweichlichte Städterin an geknackte Haselnüsse in großer Stückzahl dachte, legte der Crocodile Dundee des Prenzlauer Bergs zwei Haselnüsse in Schale aus. „Sind doch Wildtiere“, so seine schlüssige Erklärung. Rund zehn Minuten brauchte das possierliche Tier für das Verspeisen unseres nussigen Angebots. Dann verschwand es elegant. Zurück blieben die Schalen von zwei Haselnüssen und ein sehr kleiner Haufen.

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