Polizei im Einsatz. Foto: dpap

Tötungsdelikte in Reinickendorf Zwei getötete Frauen in Berlin binnen 24 Stunden

Thomas Loy Hasan Gökkaya
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In Berlin-Reinickendorf sind am Donnerstag zwei Frauen umgebracht worden. Ein 26-Jähriger hat eine der Taten gestanden, ein anderer Mann ist noch flüchtig.

Zwischen den Taten gibt es keinen Zusammenhang. Was aufhorchen lässt, ist allein, dass zwei Frauen innerhalb weniger Stunden getötet wurden, im Bezirk Reinickendorf, sehr wahrscheinlich von Männern aus ihrem sozialen Umfeld. Die Verbrechen reihen sich in eine Kette von Tötungsdelikten aus den vergangenen Tagen ein. Eine zufällige Häufung, erst am Ende des Jahres wird abgerechnet und statistisch belegt, ob 2017 grausamer war als 2016. 92 Menschen kamen in Berlin im vergangenen Jahr durch rohe Gewalt ums Leben.

Am Donnerstagabend suchten mehrere Hundertschaften der Polizei und Spezialkräfte nach dem 32-jährigen Lebensgefährten einer drei Jahre älteren Frau, die in Heiligensee tot in ihrer Wohnung gefunden wurde. „Wir gehen derzeit von einer Beziehungstat aus“, sagte ein Polizeisprecher dem Tagesspiegel. Gegen den Lebensgefährten soll schon mehrfach wegen häuslicher Gewalt ermittelt worden sein. Der Tatort soll sich im Bereich der Straße An der Wildbahn befinden. Wo der mutmaßliche Täter gemeldet ist, wollte die Polizei nicht sagen. Die Suche wurde bis in die Nacht fortgesetzt, auch am Freitagmorgen war der Mann noch flüchtig.

Eine tote 19-Jährige

Schon in der Nacht zu Donnerstag wurde eine tote 19-Jährige gefunden. Bestätigt ist bisher, dass gegen 3.30 Uhr die Leiche der jungen Frau am Höllentalweg im Ortsteil Waidmannslust aufgefunden wurde. Sie lag im Bereich einer Grünanlage in einer Wohnsiedlung. Die Polizei twitterte am Morgen, dass die Mordkommission einen Verdächtigen verhöre. Zahlreiche Beamte der Spurensicherung sperrten den Tatort bis zum Nachmittag weiträumig ab. Die Polizei setzte neben Spürhunden auch eine Drohne ein, die die Umgebung abflog. Wonach sie konkret suchten, war unklar. Anwohner sollen in der Nacht laute Schreie gehört haben.

Später am Tag konkretisierte die Polizei ihre Angaben: Bei dem Verdächtigen handele es sich um einen 26-Jährigen „aus dem Bekanntenkreis“ des Opfers. Er habe die Tat gestanden. Zu möglichen Motiven wollte sich die Polizei auch in diesem Fall nicht äußern. Der 26-Jährige soll am Freitag einem Haftrichter vorgeführt werden. Am Abend kam das Ergebnis der Obduktion: Die 19-Jährige wurde erstochen.

Dabei gab es doch schon genug Morde in letzter Zeit

Die Mordkommission hat eigentlich schon alle Hände voll zu tun. Nachdem am Sonntag im Volkspark Friedrichshain ein 34-Jähriger offenbar durch Messerstiche umgebracht wurde ist ein 43-jähriger Mann am Mittwochmorgen in Britz tot aufgefunden worden. In diesem Fall fahndet die Polizei nach zwei Tätern, die dem Opfer auflauerten und es mitten auf der Straße totschlugen. Die Angreifer konnten flüchten. Der Hintergrund ist offenbar ein Machtkampf zwischen zwei arabischen Clans. Am 25. April wurde in Kaulsdorf eine 45-Jährige tot in ihrer Wohnung gefunden. Tatverdächtig war ihr Lebenspartner – dessen Leiche wurde diese Woche im Butzer See entdeckt.

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