Am ISW halten sich noch immer Studenten in einem der Räume auf. Foto: dpap

Studierende besetzen Raum am ISW Polizei soll Besetzer aus der Humboldt-Uni rauswerfen

Melanie Berger
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Eigentlich war der Protest vorbei. Doch so einfach ist das nicht an der Humboldt-Uni. Weil einige Studenten noch einen Raum besetzen, stellte die Universität Strafanzeige.

Die Humboldt-Universität (HU) hat am Freitag Strafanzeige gegen Studierende gestellt, die sich auch nach dem offiziellen Ende der Besetzung am Donnerstag im Institut für Sozialwissenschaften aufhalten. Der Raum 004 im Erdgeschoss des Instituts soll ein "selbstverwalteten Raum" werden, in dem von Studierenden organisierte Lehre und Aktionen angeboten werden sollen - so zumindest die Forderung der Holm-Unterstützer.

Das war allerdings mit der Institutsleitung nicht abgesprochen. Nun soll die Polizei die Besetzung dort beenden - vielleicht noch am Freitag, wie ein Sprecher der Initiative "Holm bleibt" sagte. Die Studierenden riefen via SMS und Twitter Unterstützer dazu auf, an das Institut zu kommen und die Räumung durch Beamte zu verhindern.

Studierendenvertretung kritisiert die Uni

Der RefRat - die Studierendenvertretung der HU - verurteilte den Strafantrag. "Die derzeitige Eskalation seitens der HU ist unnütz und zu diesem Zeitpunkt kontraproduktiv", sagt João Fidalgo, studentisches Mitglied des akademischen Senats. Die Universität nennt als Grund für die rechtliche Maßnahme, dass die Nutzung des Raumes für den Lehrbetrieb durch die Besetzung nicht möglich sei. Außerdem könnten die "turnusmäßigen Reinigungsarbeiten" nicht stattfinden.

Fidalgo kritisiert allerdings, dass die Vorlesungszeit ohnehin am Freitag ende und sieben Wochen erst mal keine Kurse stattfinden.

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