Drei Menschen haben sich dieses Jahr in der JVA Tegel schon das Leben genommen. Foto: Thilo Rückeis
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Selbstmord im Gefängnis Wieder ein Suizid in der JVA Tegel

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Am Donnerstag hat sich der 27-jährige Victor S. das Leben genommen. Damit steigt die Zahl der Suizide in Berliner Gefängnisse auf sechs im Jahr 2017.

Erneut hat sich in der JVA Tegel ein Gefangener das Leben genommen. Am Donnerstag erhängte sich der 27 Jahre alte Russe Victor S. in seiner Zelle, berichteten Mitgefangene. Von der JVA wurde das am Montag bestätigt. S. saß seit März 2013 wegen Drogenhandels ein, Haftende wäre im Juli 2019 gewesen. Damit steigt die Zahl der Suizide in Berliner Gefängnissen seit Jahresbeginn auf sechs, drei davon gab es in Tegel – alle in der berüchtigten Teilanstalt (TA) II. In dem Uraltbau sind überwiegend Langstrafer, Drogensüchtige und psychisch Auffällige untergebracht.

Im Oktober hatte ein zu lebenslang verurteilter Mörder seine Zelle in der TA II in Selbstmordabsicht angezündet. Er überlebte und ist mittlerweile zurück in Tegel. Die knapp 400 Gefangenen nennen ihre Sieben-Quadratmeter-Zellen „Wohnklo“. Im September hatte die Insassenvertretung den Zustand in einem Brief angeprangert. Darin wird eine Vergrößerung der Zellen und eine Halbierung der Gefangenenzahl gefordert. Die Justizverwaltung veröffentlicht Suizide im Knast seit mehreren Jahren nicht mehr. Seit einiger Zeit gibt es immerhin eine Statistik online, die allerdings nur 14-tägig aktualisiert wird.

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