Daniel Hellmann in seiner Performance "Traumboy". Foto: Till Backer/Gorkip

Queeres Wochenende im Gorki TheaterVier Tage Vielfalt

Von Levi Penell0 Kommentare

Das "Pugs in love - queer weekend" im Gorki Theater erzählt an diesem Wochenende Geschichten sexueller Vielfalt: Mit Performances, Konzerten und Diskussionen.

Die Inszenierung "Small Town Boy" im Berliner Gorki-Theater erzählt seit 2014 die Geschichte eines schwulen Mannes, der aus einer Kleinstadt nach Berlin geflüchtet ist. Es geht um Selbstfindung, Wut, Familie, doch vor allem um eines: Unverständnis. Ein Beispiel, wie das Gorki-Theater immer wieder queere Themen auf den Spielplan bringt - wie kaum ein anderes Theater in Deutschland. In vielen Stücken werden Probleme und Ängste einer jungen, queeren Generation auf die Bühne gebracht.

Nun widmet das Gorki gleich ein ganzes Wochenende queeren Themen: Vom 6. bis 9. Juli findet "Pugs in love - Queer Weekend" statt. In zahlreichen Perfomances, Konzerten und Panels soll rund um das Thema sexuelle Vielfalt debattiert und inszeniert, gängige Denkmuster kritisch hinterfragt werden.

So erzählt die Selbstinszenierung "Traumboy" am 6. Juli um 21 Uhr die Geschichte von Daniel, einem Sexarbeiter.  Er berichtet über seine Kunden und Wünsche, über sein Verhältnis von Prostitution und Privatleben und die Moral in einer sexualisierten Gesellschaft. Er zeigt sein Empfinden in verschiedenen Rollen, die er für Kunden und Zuschauende spielt.

Welche Bedeutung hat sexuelle Orientierung?

Welche Bedeutung hat sexuelle Orientierung heute in der Gesellschaft - und für jeden einzelnen? Diese Frage debattieren am 7. Juli um 19 Uhr 30 unter anderem die Kulturwissenschaftlerin und Autorin Peggy Piesche sowie die Perfomance-Künstlerin Sadie Lune. Sie erörtern, warum Identitätspolitik zum Schimpfwort und Queer zum Modebegriff wurde. Auch Pornografie und die daraus entstehende Wahrnehmung sexueller Geschlechterrollen werden thematisiert.

Die Schicksale queerer Flüchtlinge aus der ganzen Welt behandelt Pedro Kadivar in seiner Inszenierung "Kunst der Flucht" (9. Juli, 19 Uhr). Wie ist es, eine Minderheit unter den Geflüchteten zu sein - und wie reagiert die Öffentlichkeit?

Beim "Pugs in Love - Queer Weekend" geht es weniger darum, wer man ist, sondern viel eher, wie man ist. Ab Donnerstag um 19 Uhr wird queeres Leben vielfältig betrachtet und präsentiert.

Das komplette Programm und weitere Infos finden sich hier.