Protest vor der Carlo-Schmid-Schule in Spandau. Foto: Arne Schaller
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Marode Schule in Spandau Lehrer demonstrieren vor Carlo-Schmid-Schule

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An der maroden Carlo-Schmidt-Schule in Spandau haben am Dienstagmorgen Dutzende Lehrkräfte demonstriert. Sie fordern eine schnellere Sanierung und besseren Gesundheitsschutz.

An der Carlo-Schmid-Schule in Spandau haben am Dienstagmorgen mehrere Dutzend Lehrkräfte demonstriert. Wie berichtet, protestieren sie gegen erschwerte Arbeitsbedingungen und Gesundheitsgefahren. An der Demonstration hätten "40 bis 50 Personen" teilgenommen, wie Arne Schaller vom Personalrat Spandau mitteilte. Die Lehrkräfte trugen Bauhelme und manche auch Gehörschutz und Staubmasken. Auch Tom Erdmann, Vorsitzender der GEW Berlin, und andere Gewerkschaftsvertreter haben mitdemonstriert.

Erdmann forderte, dass die Lehrkräfte bei Sanierungsarbeiten besser informiert werden müssen - das gelte nicht nur für die Carlo-Schmid-Schule: „Die zeitlichen Abläufe müssen transparent gemacht werden. Die Pädagoginnen und Pädagogen müssen in Kenntnis gesetzt werden, wann an ihrem Schulstandort welche Baumaßnahme ansteht und wie lange sie dauert. Ansonsten wachsen Frust und Leidensdruck immer weiter an."

Bezirksbürgermeister Helmut Kleebank (SPD), und Vertreter von Schulamt und Schulaufsicht seien am Dienstag ebenfalls zu der Schule gekommen, sagte Schaller. "Ich hoffe, dass die Dringlichkeit jetzt gesehen wird und die Sanierungsmaßnahmen beschleunigt werden."

Deckeneinsturz und Sorgen um Gesundheit

An der Schule hatte es während der Herbstferien nach einem Wasserschaden einen Deckeneinsturz gegeben. Das ist aber nicht das einzige Problem, es gibt seit Jahren Auseinandersetzungen um die bauliche Situation an der Schule. Die Schule muss für 17 Millionen grundsaniert werden. Wie berichtet, wurden die als krebserregend eingestuften Dämmmaterialien aus künstlichen Mineralfasern (KMF) seit 2013 aus den Decken entfernt, aber es blieben nur notdürftig geflickte Decken zurück. Zudem befürchten Lehrkräfte, dass „KMF-Freisetzung“ zu gesundheitlichen Beschwerden geführt habe. Außerdem bemängeln sie Kälte und schlechte Akustik, seit die Dämmplatten weg sind.

"Opfer des Sanierungsstaus"

Helmut Kleebank (SPD) nannte die Situation an der Schule "ein Opfer des Sanierungsstaus". Schadstoffe seien aber nicht gemessen worden. Inzwischen hat auch die Bildungsbehörde den Ernst der Lage erkannt: Einen Tag vor dem Protest bekam das Kollegium Post von der Referatsleiterin der Schulaufsicht. In Aussicht gestellt wurde in dem Schreiben eine „Vor-Ort-Begehung“ der Gesellschaft für Betriebsmedizin und Arbeitsschutz mitsamt einem Betriebsarzt sowie die Zustimmung zu einem weiteren Studientag zur „Gesundheit am Arbeitsplatz“.

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