Gefragt. Der niederländische Architekt Rem Koolhaas gehört zu den Rednern der Konferenz. Foto: dpa
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Konferenz "Q Berlin Questions" Visionäre diskutieren Zukunftsfragen im Schiller-Theater

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400 internationale Gäste debattieren am 19. und 20. Oktober über Arbeit, kulturelle Identität, soziale Gerechtigkeit und Urbanisierung.

Die Konferenz ist groß, der Anspruch ist größer: „Q Berlin Questions“ soll zentrale Fragen zu den Themen Arbeit, Regierungsführung, kulturelle Identität, soziale Gerechtigkeit und Urbanisierung beantworten oder doch zumindest von allen Seiten beleuchten.

„Q identifiziert zwölf Bereiche der Transformation, die von entscheidender Bedeutung für unsere Gegenwart und Zukunft sind“, heißt es raumgreifend in der Einladung, „diese Transformationsagenten definieren den Raum, in dem Q Berlin Questions agieren wird. Sie sind verknüpft und beeinflussen sich in ihrer Entwicklung“

Den Rahmen bietet das eigens von der indischen Architektin Anupama Kundoo ausgestattete Schiller-Theater, und erwartet werden am 19. und 20. Oktober rund 400 internationale Gäste. Am Freitag bietet ein sogenannter Marathon rund tausend Berlinern die Chance zur Teilnahme.

"Ziel ist Orientierung"

Burkhard Kieker, Chef von „Visit Berlin“ und Hauptinitiator, sieht darin aber keine wissenschaftliche Fachkonferenz, sondern möchte „wesentliche Fragen der heutigen Welt allgemeinverständlich diskutieren, das Ziel ist Orientierung“.

Zu diesem Zweck sind Grundsatzreden, Talks, Diskussionen, Aktionen und Performances geplant. Diese Inhalte wurden von einem Kuratorenteam unter Leitung von Michael Schindhelm organisiert.

Überwölbende Botschaft und Herzenssache Kiekers: „Q“ solle das Markenprofil Berlins schärfen, die Stadt im internationalen Konferenz-Business noch mehr als Ort der Toleranz und des offenen Diskurses positionieren und ihre Rolle als Austragungsort für innovative Konferenzen stärken. Mitveranstalter ist Stephan Balzer, der Gründer der „Curages Conference Management“ in Berlin.

20 internationale Meisterdenker sollen in Reden den Rahmen der Debatte abstecken. Zu ihnen gehört der niederländische Architekt Rem Kohlhaas, der die Veranstaltung am Donnerstag morgens um neun mit dem Thema „Urban Angst and Stamina – what are the promising concepts to handle the rise and fall of the city?“ eröffnet, es geht also um Angst und Widerstandskraft und die Frage nach Konzepten, um mit dem Aufstieg und Fall der Städte umzugehen – eine Debatte auch mit anderen internationalen Stadt-Experten.

Internationale Ideengeber

Anschließend geht es um kulturelle Differenzen und Toleranz, daran ist unter anderen die chinesische Multimedia-Künstlerin Cao Fei beteiligt. Die dritte Sitzung am Donnerstag widmet sich dem philosophischen Thema „Was tun wir, wenn nichts mehr zu tun geblieben ist?“, unter anderem mit Ausführungen des Nobelpreisträgers Muhammad Yunus, des Erfinders der Mikrokredite.

Die Podien am Freitag behandeln Fragen wie „Wie kann der nächste Gesellschaftsvertrag aussehen?“ und „Wie kann Regierungshandeln mit dem ökonomischen, sozialen und technischen Wandel Schritt halten?“ Hier wird auch Hlomela Bucwa sprechen, die mit 24 Jahren jüngste Abgeordnete der Demokratischen Allianz in Südafrika.

Berlin von allen Seiten kennenlernen

Begleitend gibt es auch eine Reihe von Abendessen bei Berliner Gastgebern, beispielsweise im Aspen-Institut und, ganz anders herum, bei der Berliner Stadtreinigung, deren Chefin Tanja Wielgoß ihre Gäste ins Neuköllner Rollbergviertel einlädt. Weitere Schauplätze sind das Goethe-Institut, das „Schwuz“, das Musicboard und das Vorderasiatische Museum. „Berlin Immersions“ ist der Versuch, die Konferenzteilnehmer auf Exkursionen mit der Stadt Berlin und ihren konkreten Problemen und Problemlösungen vom Müll bis zum Nachtleben in Berührung zu bringen.

Über den „Marathon“ am Freitag heißt es schließlich, er solle die Bühne öffnen für jeden, der etwas zum Thema zu sagen habe und in die Diskussion eingreifen wolle. Es handele sich um eine „Plattform für den Ideenaustausch zu den brennendsten Themen unserer Zeit“. Der Marathon beginnt um 18.30 Uhr ebenfalls im Schiller-Theater. Karten für diese Veranstaltung ( 15 Euro) sind auf der Website q.berlin zu haben. Dort findet sich auch das gesamte Programm der beiden Konferenztage.

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