Auch in Berlin sind Fipronil-Eier aufgetaucht. Es sind noch elf weitere Bundesländer betroffen. Foto: Lino Mirgeler/dpap

Fipronil in Supermärkten in BerlinAuch Salatprodukte sind betroffen

von Melanie Berger und Alexander Fröhlich2 Kommentare

Aus einem Logistikzentrum in Brandenburg wurden Fipronil-Eier wohl an alle Kaufland-Filialen geliefert. In einem weiteren Supermarkt in Spandau waren Produkte ebenfalls betroffen.

Auch in Berlin und in Brandenburg sind im Handel am Freitag Eier aufgetaucht, die mit dem giftigen Insektizid Fipronil verseucht sind – einem Stoff, der verbotenerweise in Belgien pflanzlichen Anti-Läusemitteln beigemischt wurde, das in Ställen eingesetzt wird. In der Hauptstadtregion seien wohl alle Filialen der Einzelhandelskette Kaufland betroffen, wie die Verbraucherschutzbehörden in Berlin und Potsdam mitteilten.

Die Information sei über das Schnellwarnsystem bei den Behörden sowie bei den Märkten eingegangen. „Wir nehmen an, dass Kaufland die Waren bereits entfernt hat“, sagte ein Sprecher der Senatsverwaltung für Verbraucherschutz. Bereits am Morgen sind nach Auskunft der Behörden in Potsdam die betroffenen Chargen aus den Regalen genommen worden.

Kaufland-Kunden können betroffene Eier zurückgeben

Eine Kaufland-Sprecherin teilte am Nachmittag mit, dass die Supermarktkette alle Eier mit Mindesthaltbarkeitsdatum bis zum 18. August aus dem Verkauf genommen habe und nur noch Eier von Lieferanten anbieten, für die ein Nachweis vorliege, dass die Ware fipronilfrei sei. Kunden könnten bei Kaufland gekaufte Eier in jeder Filiale ohne Vorlage des Kassenbons zurückgeben. Es könne zu Eier-Engpässen kommen.

Beliefert wurden die Filialen von einer Logistikzentrale der Handelskette in Lübbenau (Oberspreewald-Lausitz), die darüber hinaus auch für Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern zuständig ist. „Sollte sich jemand Sorgen machen, er habe betroffene Eier gekauft, kann er einfach zum Kühlschrank gehen und nachsehen“, beruhigte der Sprecher der Senatsverwaltung. Die giftbelasteten Eier sind an einer Nummer erkennbar, die der Verbraucherschutz im Internet veröffentlicht hat.

Auch Aldi nimmt Eier aus dem Verkauf

Die Anzahl der Bundesländer, die Verbraucher vor den Eiern und betroffenen Produkten warnen, erhöhte sich auf zwölf. Auch Aldi Süd und Aldi Nord nehmen als „reine Vorsichtsmaßnahme“ deutschlandweit sämtliche Eier aus dem Verkauf. Die Supermarktketten Edeka, Rewe und Lidl wollen auf diesen radikalen Schritt zunächst verzichten und die Entwicklung beobachten.

Auch Salatprodukte zurückgerufen

Am Abend wurde bekannt, dass auch sechs Salatprodukte des Herstellers Neue Mayo Feinkost GmbH in Lübeck wegen belasteter Eier zurückgerufen werden. Bei der Herstellung von Kartoffel-, Eier-, Pellkartoffel-, Porree- und Thunfischsalat seien belastete Eier verwendet worden. Die Produkte seien in Berlin, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Schleswig-Holstein vertrieben worden. Auch ein Hersteller von Frühstücksprodukten meldete eine Belastung, betroffen war in der Region aber nur ein Supermarkt im Norden von Spandau.

Die Berliner Bezirke wurden von der Senatsverwaltung angewiesen, die Produkte in ihren Supermärkten auf Fipronil-Eier zu kontrollieren, sagte der Sprecher. Ohne Hilfe der Hersteller und Bauern sei das aber kaum schaffen. „Eier sind in so vielen Produkten verarbeitet, dass wir nicht alle prüfen können.“ Die Kontrolleure können nur die Nummern auf den Eiern kontrollieren. Eier hingegen, die als Zutat in anderen Produkten enthalten sind, könnten nur durch den Hersteller als betroffen identifiziert werden.