Die Propeller sorgen gelegentlich für Lärm und Vibrationen. Foto: Duringp

Anwohner beschwerten sich über Lärm und Vibrationen Ökokraftwerk macht bisweilen Krach

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Das von der Gewobag und den Berliner Stadtwerken betriebene Ökokraftwerk auf dem Dach eines zwölfgeschossigen Wohnhauses am Blasewitzer Ring läuft noch nicht immer rund.

Als Pilotprojekt wird auf dem Dach eines Staakener Wohnhauses ein Ökokraftwerk erprobt, das Strom aus Wind und Sonnenstrahlen gewinnt. Die in der Schweiz entwickelte Windrail-Technologie besteht aus Kanälen, in denen die Geschwindigkeit des natürlichen Windes durch die Druckunterschiede am Gebäude erhöht wird. Der Wind treibt dann die Propeller von kleinen Turbinen an. Zusätzlich sind die Kanäle mit Solarpaneelen verkleidet, deren Wirkungsgrad durch die Windkühlung erhöht wird. Doch die Propeller laufen nicht immer so geräuschlos, wie vom Hersteller versprochen. Es kam zu Beschwerden von Anwohnern über die Geräuschentwicklung.

Drehzahl ließ sich durch Störung nicht begrenzen

„Im Rahmen des gemeinsamen Pilotprojektes testen wir, ob die eingesetzte Technologie auch langfristig und unter realen Betriebsbedingungen einen Beitrag zur regenerativen Energieerzeugung leisten kann“, sagte Gewobag-Sprecherin Gabriele Mittag auf Anfrage. Deshalb werde die Anlage permanent messtechnisch überwacht und hin und wieder auch temporär außer Betrieb genommen, um beispielsweise Optimierungen vorzunehmen. Die Beschwerden seien möglicherweise auf zwei Ereignisse zurückzuführen, bei denen die Steuerung der WindRail jeweils eine Störung hatte. „In der Folge konnte die Drehzahl und damit der Schallleistungspegel im Normalbetrieb nicht ausreichend begrenzt werden“, so Mittag. Bis zur Behebung dieser Störung seien bedauerlicherweise einige Stunden vergangen. „Wir bedauern, dass eine Mietpartei im Haus durch diese genannten außerordentlichen Ereignisse gestört wurde.“

Die Anlage sei „eigensicher“, betonte die Sprecherin. Die Propeller würden sich von selbst auf ein physikalisch erreichbares Maximum begrenzen, es entstehe daher auch keine Gefahr. Aktuell befinde sich die Anlage im Normalbetrieb - zeitweise allerdings auch in der Betriebs- sowie in der Sicherheitsstellung. Ziel des Projektes ist es auch, etwaige noch vorhandene Schwächen in der Anlage zu identifizieren und diese dann natürlich sofort zu beheben.

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