Eine Lehrerin schreibt etwas an eine Tafel. Foto: Julian Stratenschulte/dpa
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Berliner Schule Streit um Gehalt: Grundschule streicht Ausflüge

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Lehrer der Halensee-Grundschule in Berlin wollen keine Klassenfahrten, Ausflüge und keinen Elternsprechtag mehr durchführen. Sie fühlen sich ungerecht behandelt.

Die Lehrkräfte der Halensee-Grundschule in Charlottenburg wollen bis auf Weiteres keine Ausflüge, Klassenfahrten und andere Aktivitäten mehr durchführen. Auch der diesjährige Elternsprechtag soll entfallen. Das geht aus einem Schreiben an die Eltern hervor, das die Schule am Donnerstag zeitweise auf ihrer Homepage veröffentlicht hatte. Am Donnerstagnachmittag war das Schreiben dann von der Homepage wieder verschwunden.

Die frisch ausgebildeten Lehrer bekommen mehr Geld

Der Grund für diesen Schritt: Die Lehrer fühlen sich ungerecht behandelt, weil die meisten von ihnen nicht das höhere Gehalt bekommen, das für frisch ausgebildete Lehrkräfte seit Neuestem gilt. Wie berichtet, werden Grundschullehrer, die ihre Ausbildung nach der neuen Studienordnung abgeschlossen haben, seit diesem Schuljahr in die Gehaltsstufe E13 eingruppiert. Sie verdienen damit genauso viel wie Lehrer an weiterführenden Schulen, rund 5200 Euro.

Die sogenannten Bestandslehrkräfte, die schon länger dabei sind, bekommen also momentan weniger Geld als die Kollegen, die sie unter Umständen selbst ausgebildet haben.

„Der Großteil der angestellten Lehrkräfte unserer Schule geht dabei leer aus“, heißt es in dem Schreiben, das Schulleiter Dietmar Küter unterschrieben hat. „Die damit verbundene geringe Wertschätzung unserer langjährigen Arbeit (...) ruft bei uns eine erhebliche Wut und Frustration hervor.“ Kollegium und Schulleitung hätten deshalb beschlossen, „bestimmte Aufgabenbereiche ruhen zu lassen“. Dazu zählen auch Schulfeste am Nachmittag und Projekttage.

Bildungsverwaltung kritisiert die Schule

Bildungsstaatssekretär Mark Rackles (SPD) kritisierte das Vorgehen der Schule scharf. „Es ist inakzeptabel, die Schüler für seine eigenen Interessen zu instrumentalisieren.“ Auch für die Bestandslehrkräfte sei eine Höhergruppierung geplant. Das Geld stehe bereits im Haushalt. „Wir verhandeln gerade mit der Senatsverwaltung für Finanzen die Bedingungen.“ 2018 sollten die ersten Lehrkräfte davon profitieren.

Zur Streichung des Elternsprechtages wies die Bildungsverwaltung darauf hin, dass das Schulgesetz ein Informationsrecht der Eltern vorsieht. Eine Verweigerung sei unzulässig.

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