Die Polizei fand bei dem mutmaßlichen Räuber eine Schreckschusswaffe, ein Messer sowie Kleidung zum Maskieren. Foto: Foto: Carsten Rehder/dpa
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Berlin-Tegel Juwelier schießt mutmaßlichen Räuber nieder

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Der Räuber wurde bei dem Zwischenfall in der Berliner Straße am Montagabend schwer verletzt. Nun müssen beide mit Konsequenzen rechnen.

In Tegel hat ein Juwelier auf einen mutmaßlichen Räuber geschossen und diesen dabei schwer verletzt. Offenbar hatte sich der 38-jährige Geschäftsinhaber bereits auf einen Überfall vorbereitet und sich mit einer Schusswaffe ausgerüstet – um sich gegen Raubüberfälle zu wehren. Am Montagabend hat es dann in der Berliner Straße in Tegel, einer belebten Einkaufsmeile, tatsächlich geknallt.

Ein 27 Jahre alter Mann habe gegen 17.45 Uhr das Geschäft betreten und die klare Absicht gehabt, es zu überfallen, wie die Polizei am Dienstag mitteilte. Der Juwelier hat sich den Angaben zufolge gewehrt und griff zur Waffe. Er soll mehrere Schüsse auf den 27-Jährigen abgefeuert haben. Der wurde am Oberkörper schwer verletzt und konnte sich dennoch in eine Apotheke in der Nachbarschaft schleppen, brach dort aber zusammen. Alarmierte Rettungskräfte brachten ihn in ein Krankenhaus. Dort wurde er operiert und ist laut Polizei außer Lebensgefahr.

Auch der Juwelier muss mit Konsequenzen rechnen

Beamte fanden bei ihm eine Schreckschusswaffe, ein Messer sowie Kleidung zum Maskieren. Gegen den Mann wird nun wegen versuchten Raubes ermittelt. Polizeibeamte bewachen ihn derzeit in seinem Krankenzimmer. Bis zum Dienstagnachmittag war noch nicht entschieden worden, ob der 27-jährige einem Haftrichter vorgeführt und Untersuchungshaft beantragt wird. Sollte es dazu kommen, würde der Mann in ein Haftkrankenhaus überstellt werden.

Auch der Juwelier muss wegen der Schüsse mit Konsequenzen rechnen. Er wurde kurzzeitig von der Polizei festgenommen und von Ermittlern befragt. Gegen ihn läuft nun ein Verfahren wegen gefährlicher Körperverletzung. In Untersuchungshaft muss der 38-Jährige nicht. Dafür lägen keine Gründe – also eine Flucht- oder Verdunklungsgefahr – vor, sagte ein Polizeisprecher am Nachmittag.

Gegen den Vater des Juweliers wird auch ermittelt

Aber der Fall zieht noch weitere Kreise. Auch der Vater des Inhabers des Juweliergeschäfts ermittelt die Kripo wegen des Verdachts auf Strafvereitelung. Er soll nach den Schüssen die Waffe zunächst versteckt und dann widersprüchliche Angaben zum Hergang gemacht haben. Allerdings droht dem 58-Jährigen keine Strafe. Nach Paragraf 258 des Strafgesetzbuches können Angehörige in einem solchen Fall wegen ihrer Nähe zum mutmaßlichen Täter nicht belangt werden.

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