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Menschen in der indischen Großstadt Mumbai warten am Lokmanya Tilak Terminus auf Züge. Indien hat so viele Corona-Tagesneuinfektionen registriert wie noch nie in der seit mehr als einem Jahr währenden Pandemie. Foto: Rafiq Maqbool/AP/dpa
© Rafiq Maqbool/AP/dpa

Variante bereits in Europa nachgewiesen Neue Mutante in Indien in 70 Prozent der Fälle – das ist über B.1.617 bekannt

In Indien werden weltweit die meisten Neuinfektionen mit Covid-19 gemeldet. Der Anstieg könnte auf der Verbreitung einer neuen Variante beruhen.

Am Donnerstag meldeten die indischen Gesundheitsbehörden über 314.000 Neuansteckungen mit dem Coronavirus Sars-Cov-2. In keinem anderen Land der Welt nehmen die Infektionszahlen derzeit so stark zu. Derzeit wird in fast 70 Prozent der Viren-Stichproben, die genetisch entschlüsselt werden, die Variante B.1.617 gefunden.

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Sie wurde zuerst in Indien registriert, hat seither aber auch schon über 20 weitere Länder und im März auch Deutschland erreicht.

Bislang wird B.1.617 nicht als besorgniserregend eingestuft, die Variante steht aber unter Beobachtung. Es gibt eine Reihe offener Fragen: ob sie leichter übertragbar ist oder schwerere Verläufe von Covid-19 verursacht.

Zwei der genetischen Veränderungen von B.1.617 deuten darauf hin, dass sie unempfindlicher gegenüber Antikörpern sein könnte. Das heißt, die Variante könnte Covid-19 Genesene oder mit bisherigen Impfstoffen geimpfte Personen infizieren und die Behandlung mit künstlich hergestellten therapeutischen Antikörpern könnte weniger gut wirken.

Verantwortlich sind zwei Mutationen, die den Aufbau des Stachelproteins leicht verändern, mit dem das Virus an menschliche Zellen andockt. An die veränderte Form können Antikörper schlechter binden, die gegen die ursprüngliche Variante gebildet wurden.

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Ähnliche Veränderungen sind bereits von den südafrikanischen und brasilianischen Varianten B.1.351 und P.1 bekannt. B.1.617 könnte wie diese Varianten weniger gut von Antikörpern neutralisiert werden.

Eine weitere Mutation wurde auch schon bei der britischen Variante B.1.1.7 gefunden. Sie könnte beeinflussen, wie sich die Viren mit Zellen verbinden. Ihre Auswirkungen müssen jedoch noch weiter erforscht werden.

Die Varianten nach den Ländern zu benennen, in den sie zuerst registriert wurden, ist geläufig, aber wissenschaftlich nicht begründet. In welchem Land sie entstanden sind ist kaum nachweisbar und für die weitere Verbreitung nicht entscheidend.

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