Zum Corona-Überblick: Alle Zahlen zu SARS-CoV-2 in Deutschland
Walweise. Zu Land oder zu Wasser war Phiomicetus unterwegs. Illustr.: R. Boessenecker
© Illustr.: R. Boessenecker

Spektakulärer Fossilienfund in Ägypten Als Wale noch Bein zeigten

Nach dem Todesgott Anubis haben die Entdecker einen Meeressäuger benannt, der vor 43 Millionen Jahren lebte. Aus gutem Grund.

In Ägypten hat ein Forschungsteam ein Fossil eines Wals ausgegraben, der vor etwa 43 Millionen Jahren lebte. Das Raubtier war etwa drei Meter lang. Ein guter Teil davon entfiel auf kräftige, mit scharfen Zähnen bestückte Kiefer.

Die Art konnte sich offenbar an Land und im Meer fortbewegen. Sie hatte, wenn die Rekonstruktion mit Hilfe des unvollständigen Skeletts stimmt, noch fast wie bei einem Landtier aussehende Beine.

Glücksfall im Wal-Tal

Gefunden wurden die Überreste nahe El Amaim, einem Ort in einem auch „Tal der Wale“ genannten Teil des Fayoum-Beckens im Norden des Landes. Die Gegend ist bekannt für zahlreiche Fossilienfunde, unter anderem von prähistorischen Meeressäugern.

Das Team um Abdullah Gohar von der Mansoura University gab dem Fund den Namen Phiomicetus anubis. Der erste Teil steht für die Herkunft aus Fayoum, der zweite erinnert an den ägyptischen Gott Anpu, der eher mit seinem griechischen Namen Anubis bekannt ist, welcher die Pharaonen ins Totenreich begleitete und dessen Raubtierkopf ebenfalls ein ordentlich bezahntes Maul hatte. Und das Tier sei wohl durchaus ein „Todesgott für die meisten anderen Arten, die in der Gegend lebten“, gewesen, sagte Gohar dem Magazin „Insider“.

Der Wal des Todes aus dem Tal der Wale

Die Fossilien, deren Auswertung nun im Fachmagazin Proceedings of the Royal Society B erscheint, wurden bereits 2008 ausgegraben. Zwar sind unterstützend auch zwei Amerikaner Co-Autoren. Doch Phiomicetus gilt auch als erster fossiler Wal, der von einem rein arabischen Team sowohl entdeckt, wissenschaftlich bearbeitet und benannt worden ist.

Interessant an dem Fund ist auch, dass er auf genau denselben Zeitraum datiert wird wie ein anderer Wal, der noch vier Beine hatte. Auch jener 2011 in Peru ausgegrabene Peregocetus pacificus soll vor 43 Millionen Jahren gelebt haben.

50 Millionen Jahre

Die Entwicklung der Tiergruppe der heutigen Wale und Delfine begann laut derzeitigem Forschungsstand vor etwa 50 Millionen Jahren mit einem graduellen Übergang zum Leben im Wasser. Kritikern der Evolutionstheorie kommen solche Funde nicht gelegen. Denn sie argumentieren unter anderem, dass solch extreme Wechsel von Lebensraum und Körperform gar nicht möglich seien, weil etwa einen Ur-Wal seine Beine im Wasser zu sehr stören müssten und er aussterben würde.

Zur Startseite