Zum Corona-Überblick: Alle Zahlen zu SARS-CoV-2 in Deutschland
Andreas Gassen, Geschäftsführer der Kassenärztlichen Vereinigung. Foto: picture alliance/dpa/Reuters-Pool
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RKI registriert 119.232 Corona-Neuinfektionen Kassenärztechef gegen Ausweitung der Maskenpflicht

Es gebe zwar hohe Infektionszahlen, aber überwiegend leichte Krankheitsverläufe, sagt Gassen. Das RKI gab derweil die Sieben-Tage-Inzidenz mit 488,7 an.

Kassenärztechef Andreas Gassen hat sich trotz gestiegener Corona-Infektionszahlen gegen die Ausweitung der Maskenpflicht und gegen die Fortführung anlassloser Bürgertests ausgesprochen. „Das Narrativ war immer, dass das Gesundheitssystem nicht überlastet werden dürfe“, sagte der Vorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) vor Beratungen der Gesundheitsministerkonferenz an diesem Mittwoch und Donnerstag.

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Es gebe zwar auch jetzt hohe Infektionszahlen, die Erkrankungsverläufe seien aber überwiegend leicht. „Viele Betroffenen merken es nicht einmal.“ Deshalb könnten höhere Infektionszahlen allein nicht Grundlage für Maßnahmen sein, „etwa für eine erneute Maskenpflicht“.

Die Ressortchefs treffen sich in Magdeburg. Ein Mund-Nasen-Schutz muss derzeit im Alltag vor allem noch in öffentlichen Verkehrsmitteln getragen werden. Gassen forderte zudem, zeitnah anlasslose Bürgertests zu stoppen. „Sie bringen sehr wenig und kosten sehr viel“, kritisierte er. „Stattdessen sollten wir uns auf PCR-Tests bei symptomatischen Patienten zu fokussieren.“

Der Hamburger Virologe Jonas Schmidt-Chanasit warnte davor, die Wirkung der Masken zu überschätzen. Zwar könnten richtig getragene FFP2-Masken vor einer Infektion schützen, andere Maßnahmen seien aber effizienter und sollten vor einer Maskenpflicht eingeführt werden. Der Virologe nannte gegenüber dem RND etwa Homeoffice. „Wenn die Effizienz einer Maskenpflicht für die Pandemiebekämpfung gering ist, wären die Millionen Euro für Masken anderswo besser eingesetzt“, sagte Schmidt-Chanasit.

Experten gehen seit einiger Zeit von einer hohen Zahl nicht vom RKI erfasster Fälle aus

Das Robert Koch-Institut (RKI) gab derweil die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz am Mittwochmorgen mit 488,7 angegeben. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 03.13 Uhr wiedergeben. Am Vortag hatte der Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche bei 458,5 gelegen (Vorwoche: 472,4; Vormonat: 322,4).

Allerdings liefert die Inzidenz kein vollständiges Bild der Infektionslage. Experten gehen seit einiger Zeit von einer hohen Zahl nicht vom RKI erfasster Fälle aus - vor allem weil bei Weitem nicht alle Infizierte einen PCR-Test machen lassen. Nur positive PCR-Tests zählen in der Statistik. Zudem können Nachmeldungen oder Übermittlungsprobleme zu einer Verzerrung einzelner Tageswerte führen.

Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI zuletzt 119.232 Corona-Neuinfektionen (Vorwoche: 92.344) und 104 Todesfälle (Vorwoche: 112) innerhalb eines Tages. Vergleiche der Daten sind auch hier wegen des Testverhaltens, Nachmeldungen oder Übermittlungsproblemen nur eingeschränkt möglich.

Generell schwankt die Zahl der registrierten Neuinfektionen und Todesfälle deutlich von Wochentag zu Wochentag, da insbesondere am Wochenende immer mehr Bundesländer nicht ans RKI übermitteln und ihre Fälle im Wochenverlauf nachmelden. (dpa)

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