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Ein Porträtbild von Cornelia Woll, die in der Hertie School im Treppenhaus an einem Geländer steht. Foto: Maurice Weiss
© Maurice Weiss

Neue Präsidentin der Hertie School Cornelia Woll will die Berliner Governance-Uni diverser machen

Mehr Stipendien für künftige Führungskräfte aus Afrika: Hertie-School-Präsidentin Woll tritt mit einem Reformprogramm an. Auch in Richtung Öffentlichkeit.

Von der Sciences Po in Paris an die Hertie School in Berlin: Cornelia Woll, seit 2013 Professorin für Politikwissenschaften an der staatlichen französischen Elitehochschule und seit 2020 Präsidentin des Akademischen Rates der Sciences Po, wechselt an die ungleich kleinere private University of Governance in der deutschen Hauptstadt.

Als Nachfolgerin von Henrik Enderlein, der seit 2003 eine der frühen Professuren der Hertie School innehatte, seit 2018 ihr Präsident war und im Frühjahr 2021 an seinem Krebsleiden verstarb, wurde Woll im Dezember 2021 gewählt. Zum 15. März tritt die 44-Jährige nun mit einem Reformprogramm für die Governance-Hochschule an.

Die Ausbildung künftiger Führungskräfte in Politik, Verwaltung, Privatwirtschaft und Zivilgesellschaft wolle sie „inklusiv gestalten“, erklärt Woll. Das bezieht sich auf die Studienkosten, die sich etwa für den zweijährigen Master of Public Policy beziehungsweise International Affairs auf 34 500 Euro belaufen.

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„Wir möchten unser Stipendienangebot ausbauen, um sicherzustellen, dass Kompetenzen und nicht der Geldbeutel für eine Bewerbung bei uns entscheidend sind“, wird Woll zitiert. Allerdings erhielten schon heute 77 Prozent aller Studierenden an der Hertie School Teil- oder Gesamtstipendien, heißt es.

Mehr Einordnungen in Krisenzeiten

Erreicht würden aber bislang vorrangig Studierende aus Europa, Teilen Asiens und aus Nordamerika. Woll will deshalb vor allem „in Afrika mehr Studierende für unsere Angebote begeistern“.

Von ihrer Hochschule erwartet die neue Präsidentin, Wissen zu produzieren und Methoden zu vermitteln, „die in politischen Krisen handlungsweisend sein können, sei es bei dem geopolitischen Umbruch, der durch den Angriff Russlands auf die Ukraine ausgelöst wurde, bei der Umsetzung des Klimaschutzes, oder in der Regulierung digitaler Räume“.

Von den Wissenschaftler:innen der Hertie School erwartet Woll, der Gesellschaft gerade in Krisenzeiten mehr Einordnungen und Erklärungen anzubieten.

Als erste Präsidentin der Hertie School reiht sich Woll auch in die neue Riege der Berliner Universitätspräsidentinnen ein - mit Geraldine Rauch an der Technischen Universität Julia von Blumenthal an der Humboldt-Universität wurden Anfang des Jahres auch dort Frauen ins akademische Spitzenamt gewählt.

Begegnen könnte man sich im Gespräch über das Robert-Koch-Forum, einem historischen Gebäudekomplex im Berliner Regierungsviertel zwischen Wilhelm-, Dorotheen- und Bunsenstraße. Dorthin soll die Hertie School von ihrem derzeitigen Sitz an der Friedrichstraße umziehen - ebenso wie die Berlin University Alliance, für die dort Räume zur Vernetzung der Exzellenzunis untereinander und für ein "öffentliches Schaufenster" geplant sind.

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