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Eine teilweise beschädigte Statue zeigt das Bildnis eines jungen Pharao. Foto: Ägyptisches Museum und Papyrussammlung / Jürgen Liepe
© Ägyptisches Museum und Papyrussammlung / Jürgen Liepe

Neue Ausstellung auf der Museumsinsel Achmim, Ägyptens vergessene Stadt

Die neue Ausstellung in Berlins Ägyptischem Museum ist Achmim, einer der ältesten Städte Ägyptens, gewidmet. Sie eröffnet neue Perspektiven auf das Land.

Unübersehbar thront der Kopf der Kolossalstatue in der Ausstellung „Achmim. Ägyptens vergessene Stadt“ in der James-Simon-Galerie in der Abteilung, die dem Tempel der Provinzmetropole in Mittelägypten andeutungsweise nachempfunden ist.

Achmim ist mit seiner 6000 Jahre alten Besiedlung eine der ältesten Städte Ägyptens, einer Stadt, die sich immer wieder verändert hat. Deswegen ist sie aus dem Blickfeld der Öffentlichkeit, aber auch der Fachwelt geraten. In dem Min-Panos-Projekt der Universität Göttingen wurden alle Hinterlassenschaften aus Achmim dokumentiert und digitalisiert.

[23. Mai bis 12. September, James-Simon-Galerie, Zutritt nur mit Zeitfenster. Informationen zur Ausstellung]

Da ein Großteil der Objekte aus den Sammlungen des Ägyptischen Museums und Papyrussammlung und der Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst stammen, werden sie hier nun in der Ausstellung in sieben Kapiteln gezeigt. Das Oberteil der Kolossalstatue zeigt entweder Tutenchamun oder seinen Nachfolger Pharao Eje, der – wie auch der Kalkstein der Statue - aus Achmim stammt. Solche Kolossalstatuen standen in den Tempeln von Achmim.

[Lesen Sie auch das anlässlich der Ausstellungseröffnung mit Museumsdirektorin Friederike Seyfried geführte Interview zu deutsch-ägyptischen Kooperationen: "Wir sind froh, dass wir dort zusammen arbeiten können"]

Bis auf den heutigen Tag ist Achmim für sein Textilhandwerk bekannt, in der Spätantike war es berühmt für Leinenstoffe mit dionysischen Motiven. Textilfragmente aus spätantiker bis frühislamischer Zeit belegen diese Tradition. Meist stammen die getragenen Kleidungsstücke aus den Gräbern.

Auf einer Kalksteintafel schweben zwei Figuren nebeneinander durch die Lüfte. Foto: SMB/Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst/Antje Voigt Vergrößern
Seekentaur und Nereide, 4. bis 5. Jahrhundert, Kalkstein. © SMB/Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst/Antje Voigt

Eine Station ist dem frühchristlichen Klosterleben des koptischen Siedlungsgebietes gewidmet. Hier wetterte der Abt Schenute, dargestellt auf einem Relief, gegen das Heidentum. Eine Panstatue darf nicht fehlen, hieß Achmim doch bis zum Ende der Spätantike Panopolis.

Eine Rarität im Kapitel Totenkult ist eine kleine Puppe, die aus Papyrusstengeln gebildet und dann mit Wachs umhüllt und bemalt wurde. Interessant ist der Kulturtransfer, denn auch die Römer ließen ihre Toten in Kartonagensärgen, zum Teil pink bemalt, in der Tradition der alten Ägypter bestatten. Achmim vermittelt ein anderes Ägyptenbild jenseits dessen, was wir aus pharaonischer Zeit kennen.

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