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Das Virus kann unabhängig von sexueller Orientierung, Geschlecht und Alter übertragen werden. Foto: Cynthia S. Goldsmith/Russell Regner/CDC/AP/dpa
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Update Mindestens 21 Tage Isolation empfohlen Weitere Affenpocken-Fälle in Deutschland gemeldet

Am Dienstagabend haben auch die Stadt Köln und das Land Hessen die ersten Fälle bestätigt. Auch in weiteren Teilen der Welt gibt es nun Ansteckungen.

Das Robert-Koch-Institut (RKI) empfiehlt bei einer Infektion mit Affenpocken eine Isolation von mindestens 21 Tagen. Darüber hinaus gebe es auch eine „dringende Empfehlung“ für Kontaktpersonen, sich für mindestens 21 Tage in Isolation zu begeben, sagte Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach am Dienstag in einer gemeinsamen Pressekonferenz mit RKI-Präsident Lothar Wieler.

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Mit dieser Maßnahme wolle man das Ausbruchsgeschehen in Deutschland in den Griff bekommen. „Wir haben gute Chancen diesen Erreger zu stoppen, nicht nur in Deutschland, sondern in ganz Europa“, sagte Lauterbach. Er betonte zugleich, was man aktuell mit den Affenpocken erlebe, sei „nicht der Beginn einer neuen Pandemie“.

Mittlerweile hat das Virus auch die arabischen Welt erreicht: In den Vereinigten Arabischen Emiraten ist ein erster Fall von Affenpocken bestätigt worden. Marokko hatte zuvor bereits drei Verdachtsfälle gemeldet. Eine Bestätigung steht aber bislang noch aus

Wie viele Fälle von Affenpocken gibt es bislang in Deutschland?

Laut Wieler waren Stand Dienstagvormittag in Deutschland fünf Fälle an das RKI übermittelt worden. Dabei handele es sich ausschließlich um Männer.

Am Dienstag stieg die Zahl der Infektionsfälle allerdings weiter an: Die Stadt Köln meldete drei weitere bestätigte Fälle. In Hessen gab das für Gesundheit zuständige Sozialministerium einen nachgewiesenen Fall in Frankfurt am Main bekannt. In Bayern stieg die Zahl der bestätigten Fälle von einem auf drei.

Es sei klar, dass weitere Fälle hierzulande zu erwarten seien, sagte RKI-Präsident Lothar Wieler am Dienstag beim Deutschen Ärztetag in Bremen. „Unser Ziel ist es deshalb, den Ausbruch einzudämmen.“ Dies könne über erfolgreiche Kontaktnachverfolgung, Vermeiden von engen Kontakten zu Infizierten und Hygienemaßnahmen gelingen. Risikogruppen müssten achtsam sein.

Auf der Pressekonferenz betonte Lauterbach, dass es sich bei den Affenpocken nicht um den „Beginn einer neuen Pandemie“ handle. Foto: Sina Schuldt/dpa Vergrößern
Auf der Pressekonferenz betonte Lauterbach, dass es sich bei den Affenpocken nicht um den „Beginn einer neuen Pandemie“ handle. © Sina Schuldt/dpa

Wie überträgt sich das Virus?

Von den Affenpocken erholten sich die meisten Menschen in der Regel innerhalb weniger Wochen, sagte Wieler. Dennoch könne bei einigen Personen auch eine schwere Erkrankung auftreten. Die Erreger seien nicht leicht von Mensch zu Mensch zu übertragen, nötig sei dafür enger Kontakt.

Das Virus könne unabhängig von sexueller Orientierung, Geschlecht und Alter übertragen werden. Die Gefährdung für die Gesundheit der Allgemeinbevölkerung werde aber nach derzeitigen Erkenntnissen als gering eingeschätzt.

Von den dem RKI bekannten Infizierten in mehreren Ländern hätten sich die meisten auf großen Veranstaltungen angesteckt, „die mit sexuellen Aktivitäten verbunden waren“, sagte Wieler. Beim Auftreten von zum Beispiel ungewöhnlichem Ausschlag und Verdacht auf Affenpocken solle man unmittelbar zum Arzt gehen.

Das RKI empfehle eine Isolierung bis zum Abfall der Krusten, aber mindestens von 21 Tagen. Für enge Kontakte empfehle man eine Quarantäne von 21 Tagen. „Wir befinden uns in einem frühen Stadium dieses Ausbruchs.“ Vieles sei noch unbekannt, aber man beobachte die Lage genau.

Affenpocken: Gibt es genügend Impfstoff?

Für den möglichen Fall einer weiteren Ausbreitung der Affenpocken in Deutschland sind laut Lauterbach „bis zu 40.000 Dosen“ Pockenimpfstoff bestellt worden. Das Vakzin namens Imvanex sei in den Vereinigten Staaten gegen Affenpocken zugelassen, sagte der SPD-Politiker am Dienstag am Rande des Deutschen Ärztetags in Bremen. Es gehe darum, vorbereitet zu sein auf eventuell nötige Impfungen von Kontaktpersonen von Infizierten (Ringimpfungen).

Der Impfstoff könne genutzt werden, um eine Ansteckung zu verhindern – aber auch, um bei bereits Angesteckten den Ausbruch der Erkrankung zu verhindern oder zumindest zu verzögern. „Ich rechne damit, dass wir also hier eine Reserve in Kürze geliefert bekommen“, sagte der Minister. (Reuters/dpa/AFP)

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