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Bereit fürs Forschen - hier in der Staatsbibliothek Unter den Linden Berlin. Foto: Imago/Photothek
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Mehr Exzellenzcluster geplant Die Elite soll wachsen

Erste Eckpunkte für die Fortführung der Exzellenzinitiative stehen fest: So soll es mehr Cluster geben. Berlins Senatorin Gote spricht von einer guten Einigung.

Wie geht es weiter mit der Exzellenzstrategie für die deutschen Universitäten, mit der Bund und Länder Spitzenforschung fördern? 2025 stehen die nächsten Entscheidungen an, bei denen es darum gehen wird, welche Exzellenzcluster, also große Forschungsvorhaben, weiter beziehungsweise neu gefördert werden. Auch wenn 2025 noch in weiter Ferne scheint, drängt die Zeit ein wenig für Politik und Unis. Denn Ende dieses Jahres soll es bereits mit den Ausschreibungen für die nächste Runde losgehen.

Bisher waren einige entscheidende Fragen unklar: Können zahlreiche neue Vorhaben gefördert werden, wird es sogar völlig neue Formate geben? Bleibt es bei der Zahl von derzeit elf Exzellenzunis oder können es auch mehr oder weniger werden? Jetzt ist ein erster Schritt getan: Bund und Länder haben sich auf Eckpunkte verständigt, wie der Wettbewerb künftig aussehen soll.

Eine Arbeitsgruppe wird darauf aufbauend eine neue Bund-Länder-Vereinbarung entwickeln. Diese solle im November beschlossen werden, hieß es vor kurzem in einer Mitteilung der Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz von Bund und Ländern.

„Für die Länder ganz wichtig ist, dass sich der Bund mit uns auf eine deutliche Erhöhung der Zahl der Exzellenzcluster einigt: Damit eine Chance besteht, dass neue Cluster dazukommen können und die Dynamik des Wettbewerbs erhalten bleibt“, sagt Berlins Wissenschaftssenatorin Ulrike Gote (Grüne) im Gespräch mit dem Tagesspiegel. Darauf habe man sich jetzt im Grundsatz geeinigt: In der nächsten Runde sollen bis zu 70 Cluster gefördert werden. Bisher sind es 57, diese bewerben sich für eine Weiterförderung.

Der Aufwand einer Bewerbung müsse in einem guten Verhältnis zu den Chancen stehen, etwas zu gewinnen, sagt Gote. Es solle auch unbedingt vermieden werden, dass wie bei der vergangenen Entscheidung im Jahr 2018 auf einmal mehr Cluster gefördert werden als eigentlich Mittel zur Verfügung stehen – und in der Folge dann alle Projekte mit weniger Geld auskommen müssen.

Debatte: Können Cluster dreimal sieben Jahre gefördert werden?

Künftig soll es bei den ursprünglich veranschlagten drei bis zehn Millionen Euro im Jahr pro Cluster bleiben. Die Förderdauer beträgt sieben Jahre, Cluster können einmal verlängert und somit Laufzeiten von zweimal sieben Jahren haben. Diskutiert werde auch, das auf dreimal sieben Jahre zu erhöhen, sagt Gote.

Berlins Wissenschaftssenatorin Ulrike Gote (Grüne). Foto: picture alliance/dpa Vergrößern
Berlins Wissenschaftssenatorin Ulrike Gote (Grüne). © picture alliance/dpa

Klar sei auch: Es bleibt bei der Einteilung in Cluster und Exzellenzuniversitäten. „Die Zahl der Exzellenzuniversitäten wird sich auch nicht verringern, sollten welche herausfallen“, sagt Gote. Vielmehr würden dann neue nachrücken. Geeinigt hat man sich darauf, dass die Zahl der Exzellenzuniversitäten künftig auf bis zu 15 ansteigen kann. Bisher sind es elf, darunter ist die Berlin University Alliance (BUA) von FU, HU, TU und Charité als bisher einziger Exzellenzverbund. Die BUA zählt dabei wie der Antrag einer Einzeluniversität.

Maximal 15 Exzellenzuniversitäten

Maximal bis zu vier neue Exzellenzuniversitäten können also hinzukommen, gleichzeitig könnten aber auch einzelne bereits geförderte Exzellenzunis aus der dauerhaften Förderung herausfallen. Die bereits bestehenden müssen sich nicht noch einmal neu bewerben, sondern „nur“ eine Evaluation bestehen: An dieser Regel wird nicht gerüttelt, sie soll mehr Kontinuität in die Förderung zu bringen. Anders als bei den Clustern gibt es keine Förderhöchstdauer. Die neuen Exzellenzunis werden erst 2026 ausgezeichnet.

Mit Interesse würden andere Länder auf den Exzellenzverbund der BUA schauen, sagt Gote: „Das ist ein Weg, den andere sicher auch verfolgen werden.“ Auf die BUA sei sie schon angesprochen worden, bevor sie überhaupt ihr Amt angetreten habe.

„Eine gute Einigung mit dem Bund"

„Wir haben eine gute Einigung mit dem Bund zusammengebracht“, resümiert Berlins Wissenschaftssenatorin. Geprüft werden solle zudem, ob Cluster „ausgeweitet“ werden, indem etwa länderübergreifend Anträge gestellt werden können oder mehr Unis gemeinsam ein Vorhaben einbringen. Das könnte insbesondere kleineren Hochschulen helfen, die alleine keine Cluster stemmen können. Nicht zuletzt sei das auch ein Wunsch Brandenburgs, sagt Gote: „Mit Blick auf das das gemeinsame Auftreten von Berlin und Brandenburg unterstützen wir das.“

Neben der Exzellenzstrategie verhandeln Bund und Länder über weitere zentrale Formate für die Wissenschaft, wie den Zukunftsvertrag zur Finanzierung von Studienplätzen oder Gesundheitszentren. Gote sagt, die Länder hätten eine gemeinsame, prinzipielle Sorge: „Wir werden schauen müssen, dass wir in der Zukunft bei den gemeinsamen Projekten bei dem bleiben, was bisher auch galt. Versuchen, Finanzierungsschlüssel zu ändern, würden wir deutlich widersprechen.“

Die Grünen leiten die Wissenschaftsministerien in Baden-Württemberg, Hamburg, Hessen und Berlin. Gibt es eine einheitliche Strategie zwischen den Grün-geführten Ländern in der Wissenschaftspolitik? Ganz so weit würde sie noch nicht gehen, sagt Gote: „Aber wir sind in enger Abstimmung. Ich suche die Vernetzung mit den Kolleg*innen – auch in den anderen Bundesländern.“

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