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Der Montag begann für die Nutzer des "Lernraum Berlin" mit Frust: Die Plattform funktionierte nicht (Symbolbild). Foto: Ulrich Perrey/dpa
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Lockdown der Schulen Digitalunterricht Fehlanzeige - das ist ein bildungspolitisches Desaster

Deutschlands Schulen sind nicht gut aufs Homeschooling vorbereitet. Die Pause sollte genutzt werden, um mit Schwung ins neue Jahr zu starten. Ein Kommentar.

Dass nun in einigen Bundesländern der geplante Digitalunterricht an den Schulen wieder abgesagt wurde, ist ein bildungspolitisches Desaster. Denn es zeigt sich, dass aus den Erfahrungen des Frühjahrs-Lockdowns nicht die nötigen Schritte abgeleitet wurden, dass der Digitalpakt Schule nicht ausreichend genutzt wurde und die ruhige Phase im Sommer vielfach verpennt wurde. 

Wenn in Bayern plötzlich klar wird, dass die Voraussetzungen für einen volldigitalen Unterricht nicht vorhanden sind oder in Hamburg die rechtlichen Grundlagen für kameragestützte Meetings nicht geschaffen wurden: Was hier nicht geregelt wurde, fällt den Schulen nun auf die Füße.

Da ist es schon schlauer wie in Berlin „schulisch angeleitetes Lernen zu Hause“ anzubieten. Das ist offener gehalten als verbindlicher Digitalunterricht und - zumindest nach Vorstellung der Schulverwaltung - auch konzeptionell vorbereitet. Lehrer*innen schicken Aufgaben, Schüler*innen arbeiten zu Hause und wenn möglich tritt man auch mal als Klasse in digitale Interaktion. Dass dabei nun Lernplattformen schlapp machen - wie am Mittwoch der Lernraum Berlin -, war zu erwarten, sollte aber ein lösbares Problem sein.

Nach den Ferien muss der Online-Unterricht laufen

Doch offenbar war es von vornherein falsch, zwei Tage vor den Weihnachtsferien ein alles andere als perfekt vorbereitetes Distanzlernen noch einmal voll aufzudrehen zu wollen. Das kann nicht klappen. Die Hauptsache ist doch, dass es nach den Ferien mit dem Online-Unterricht und hybriden Formen endlich funktioniert.

So absurd es klingen mag: Dazu sollte jetzt noch einmal Druck herausgenommen werden, wie Bildungsexperten schon im Sommer gefordert hatten. Zu groß war die Verunsicherung für viele Schüler*innen in diesem Jahr, die plötzlich in manchem Fach haufenweise mit Monsteraufgaben und unrealistischen Abgabefristen überzogen wurden, während sie in anderen Fächern gar nichts mehr hörten – oder in ihrer Leistung mangels Kontakt völlig falsch eingeschätzt wurden. Das Jahr hat Schüler*innen wie Lehrer*innen über alle Maßen gefordert.

Jetzt noch ein paar angemessene und lösbare Aufgaben, dann können die Schüler*innen mit einem guten Gefühl in die Ferien gehen. Und an den Schulen tief durchatmen, Lehrkräfte raus aus dem Panikmodus, abwägen, was noch geklärt werden muss – und dann mit neuem Schwung ins neue Jahr.

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