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Premier Stefan Löfven verkündete die neuen Regeln. Foto: imago images/Bildbyran/Maxim Thore
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Kampf gegen Coronavirus Schweden begrenzt Versammlungen auf 50 Teilnehmer

Schweden meldet nun 92 Tote durch das Coronavirus, 60 allein im Raum Stockholm. Jetzt schränkt die Regierung von Premier Löfven den Alltag stärker ein.

Angesichts weiter steigender Fallzahlen verschärft Schweden nun die Maßnahmen. Zusammenkünfte mit mehr als 50 Teilnehmern werden verboten, sagte Ministerpräsident Stefan Löfven am Freitag auf einer Pressekonferenz in Stockholm. Die Polizei sei angewiesen, diese Regelung durchzusetzen.

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Bislang lag diese Grenze bei 500 Personen. Von der neuen Maßnahme seien unter anderem Examensfeiern, Hochzeiten und Beerdigungen betroffen, fügte Sozialministerin Lena Hallengren hinzu. Innenminister Mikael Damberg kündigte an, die Regel gelte ab Sonntag. „Es handelt sich nicht um eine allgemeine Empfehlung, sondern um ein Verbot der Regierung“, sagte Damberg. Wer sich widersetze, dem drohen Geldbuße oder Haftstrafen bis zu sechs Monaten.

Aktuell gib es in Schweden 3046 bestätigte Infektionsfälle (Vortag 2806), 92 Menschen (Vortag 42) sind bisher an den Folgen gestorben, wie Anders Tegnell, der oberste Seuchenbekämpfer der schwedischen Gesundheitsbehörde, bei seiner täglichen Pressekonferenz in Stockholm sagte. Allein der Großraum der Hauptstadt meldet 60 Todesfälle. Dort leben - je nach Definition - rund zwei Millionen Menschen, in Stockholm City rund eine Million.

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Premier Löfven sagte: „Wir haben viele schwere Wochen und Monate vor uns.“ Die Sache werde sich hinziehen. „Mehr werden krank werden. Unternehmen werden in Konkurs gehen. Menschen werden ihre Arbeit verlieren und noch mehr Leben verloren gehen.“

Die Schweden müssten sich auch darauf einstellen, dass weitere Maßnahmen ergriffen würden. Wer sich nicht an Empfehlungen und Anweisungen halte, und zum Beispiel eine unnötige Reise unternehme oder sich in Menschenmengen aufhalte, trage eine große Verantwortung. „Wenn Sie nicht reisen müssen, bleiben Sie zu Hause. Es ist jetzt ernst“, sagte Löfven.

Bislang geht Schweden im Gegensatz zu seinen skandinavischen Nachbarn Dänemark und Norwegen sowie dem Großteil Europas deutlich freizügiger mit den Beschränkungen im Kampf gegen die Coronavirus-Krise um. Kindergärten und Grundschulen bis zur neunten Klasse sind anders als Gymnasien und Universitäten weiter offen. Diese führen digitalen Unterricht durch.

Was im Detail von den neuen Regeln betroffen ist, wird den Angaben zufolge noch ausgearbeitet. Restaurants, Kneipen und Cafés sind aber offenbar weiter nicht betroffen. Sie dürfen ihre Gäste seit einigen Tagen allerdings nur noch am Tisch bedienen. Nicht mehr erlaubt sind nach Angaben der schwedischen Polizei Demonstrationen, Vorträge, Zusammenkünfte zur Religionsausübung, Konzerte sowie Theater- oder Kinovorstellungen.

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