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Fast 80 Prozent (rund 4,1 Mio. Menschen) der Fünf- bis Elfjährigen in Deutschland sind nach Angaben des Robert Koch-Instituts noch nicht geimpft. Foto: dpa
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Herabsetzung der Altersgrenze Stiko empfiehlt eine Covid-19-Impfung für Kinder ab fünf

Erst jedes fünfte Kind zwischen fünf und elf ist gegen Covid-19 geimpft. Die Anpassung der Empfehlung der Ständigen Impfkommission könnte das nun ändern.

Die Ständige Impfkommission (Stiko) hat sich heute dafür ausgesprochen, Kinder im Alter zwischen fünf und elf Jahren einmalig mit dem Covid-19-Impfstoff von Biontech zu impfen.

Damit hat das Expertengremium seine Impfempfehlung in dieser Altersklasse angepasst. Bisher hatte es die Impfung nur für Kinder mit Vorerkrankungen empfohlen.

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Frage der zweiten Dosis bleibt offen

Wie Kinderarzt und Stiko-Mitglied Martin Terhardt erklärte, habe die veränderte Studienlage zu der Entscheidung geführt, die einstimmig gefällt worden sei. Es handele sich um eine vorsorgliche Impfempfehlung, da ab kommendem Herbst ein erneuter Anstieg von Sars-Cov-2-Infektionen zu erwarten sei.

Die Fünf- bis Elfjährigen sollen einmalig 10 Mikrogramm des Biontech-Impfstoffs bekommen – egal ob sie bereits eine Infektion durchgemacht haben oder nicht. Die Verwendung von Spikevax des Herstellers Moderna ist für Sechs- bis Elfjährige ebenfalls möglich, allerdings liegen hier weniger Daten zur Sicherheit und Wirksamkeit vor.

Vor allem zu seltenen Nebenwirkungen könne daher keine Aussage getroffen werden. Bei Kindern, die bereits eine Sars-Cov-2-Infektion durchgemacht haben, raten die Expertinnen und Experten, nach der Genesung mindestens drei Monate bis zur Immunisierung zu warten.

Zu einer zweiten Impfstoffdosis will sich die Stiko derzeit nicht positionieren. Das Gremium wolle die Situation im Herbst abwarten, um einschätzen zu können, welche Virusvariante vorherrschend ist und welche Impfstoffe es bis dahin gibt, sagte Terhardt. Weil die Medizinerinnen und Mediziner von einer Infektionsrate von mindestens 70 Prozent bei den Kindern ausgehen, wird eine Impfstoffdosis als ausreichend angesehen. Die Impfung sorge nach einer Infektion mit dem Coronavirus für eine sogenannte hybride Basisimmunität, erklärte Terhardt.

Vorbereitung auf den dritten Covid-19-Herbst

Reinhard Berner, Direktor der Dresdner Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendmedizin sowie externer Sachverständiger der Stiko für Covid-19-Impfungen bei Kindern sagte: „Diese Impfempfehlung ist als Vorbereitung auf den Herbst gedacht.“ Die Altersklasse solle die Möglichkeit bekommen, besser durch ihren dritten Corona-Herbst zu kommen. „Eltern und Kinder mussten genug erleben“, so Terhardt. Die aktualisierte Impfempfehlung versteht er als „ernst gemeintes und verantwortungsvolles Angebot an die Eltern“.

Das lange Zögern der Stiko mit einer Impfempfehlung für Kinder ohne Vorerkrankungen verteidigte Terhardt. Es gebe keine Blaupause für solche Entscheidungen. Erfahrungen aus anderen Ländern seien häufig schwer auf Deutschland übertragbar.

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