Mythos: "Man muss den Tumor aushungern"

Gesundheitsmythen Auch Haie bekommen Krebs

„MAN MUSS DEN TUMOR AUSHUNGERN“

Eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst und Gemüse kann das Krebsrisiko senken. Allerdings ist es schwierig bis unmöglich, mit einer speziellen Ernährung einen bereits ausgebrochenen Tumor zu bekämpfen oder zu heilen. Das liegt daran, dass Krebszellen wendig sind, was ihre Fähigkeit angeht, bestimmte Bestandteile der Nahrung wie Kohlenhydrate oder Fette zu nutzen. Trotzdem kursieren etliche Formen von „Krebsdiäten“. Häufig arbeiten sie mit Verboten bestimmter angeblich giftiger Nahrungsmittel wie Schweinefleisch oder Kaffee oder mit radikalen Ernährungsumstellungen und mitunter gefährlichen Fastenkuren. „Keine der oft in Zeitschriften oder Ratgebern propagierten ,Krebsdiäten’ hat eine nachgewiesene heilende Wirkung“, heißt es dazu vom Krebsinformationsdienst.

Besonders im Brennpunkt steht zur Zeit der Kampf gegen den Zucker, hat Ulrich Keilholz festgestellt. „Viele Patienten wollen damit den Krebs aushungern“, sagt der Leiter des Krebszentrums der Berliner Charité. „Aber mit diesem Zuckerentzug können sie sich selbst in Gefahr bringen.“ Zwar trifft es zu, dass manche Krebsarten besonders viel aus Kohlenhydraten gewonnenen Zucker „verbrennen“. Dem „zuckersüchtigen“ Tumor soll seine Droge entzogen werden. Ob das in der Praxis funktioniert, ist jedoch zweifelhaft. Die kohlenhydratarme „ketogene“ Diät wird zwar in den Medien propagiert, aber sie ist in der Krebsbehandlung wissenschaftlich nicht belegt und hat Nebenwirkungen. Zumal auch ein anderes Organ Zucker dringend benötigt: das Gehirn.

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