Mythos: "Krebs hat seelische Ursachen"

Gesundheitsmythen Auch Haie bekommen Krebs

„KREBS HAT SEELISCHE URSACHEN“

Warum gerade ich? Was habe ich falsch gemacht? Viele an Krebs Erkrankte stellen sich diese Frage und suchen die Ursache – und die Schuld – oft auch in sich selbst. Kann es sein, dass seelische Belastung das Immunsystem schwächt und so einen Tumor wachsen lässt? Zwar führt Stress nicht selten zu riskanter Lebensweise wie Rauchen, zu viel Alkohol und schlechte Ernährung. Doch Stress allein ist ebenso wenig wie psychische Erschöpfung, Trauer oder Depression die Ursache von Krebs.

Eine „Krebspersönlichkeit“, die alles in sich hineinfrisst und von negativen Gedanken erfüllt ist, existiert nicht, ebenso wenig wie eine mentale „Wellness-Formel“, mit der wir uns gegen den Tumor abschirmen können. Die Krebsexpertin Jimmie Holland vom Memorial Sloan-Kettering Cancer Center in New York warnt vor einer „Tyrannei des positiven Denkens“. Ihre Faustregel für Krebskranke: „Glauben Sie nicht, dass Sie die ganze Zeit gut gelaunt sein müssen und dass Niedergeschlagenheit und Sorgen Ihr Leben verkürzen.“

Glückliche Menschen haben mehr vom Leben, aber dass sie seltener an Krebs erkranken als unglückliche, ist nicht belegt. Auch für die Behauptung, dass eine positive Lebenseinstellung für sich genommen die Überlebenschancen verbessert, gibt es wenig Anhalt. Sie kann jedoch einen gesunden Lebensstil fördern.

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