Mythos: "Haie bekommen keinen Krebs"

Gesundheitsmythen Auch Haie bekommen Krebs


„HAIE BEKOMMEN KEINEN KREBS“

In den 1970er Jahren stellten die amerikanischen Forscher Henry Brem und Judah Folkman von der Harvard-Universität fest, dass Knorpel das Sprießen von Blutgefäßen unterdrückt. Eigene Blutgefäße sind für einen Tumor zwingend erforderlich, damit er wachsen kann. Knorpel könnte also ein Anti-Krebs-Rezept in sich bergen – einen Faktor, der das Wachsen von Blutgefäßen und damit das von Geschwülsten hemmt.

Haie haben ein Skelett, das vollständig aus Knorpel besteht, und sie erkranken ziemlich selten an Krebs. Zumindest war das der Wissensstand vor rund 20 Jahren, als der US-Ernährungswissenschaftler William Lane in seinem Buch „Haie bekommen keinen Krebs“ scheinbar eins und eins zusammenzählte und Haiknorpel zur neuen Krebstherapie erklärte. Die Jagd auf Haie war eröffnet. Auch Lane selbst begann mit Haiknorpel-Pillen zu handeln. Die Folgen waren verheerend. Vielerorts schrumpften die Haibestände dramatisch. Nicht nur, aber auch wegen des angeblich heilsamen Knorpels.

Inzwischen ist klar, dass Lane und seine Anhänger sich getäuscht haben. Haiknorpel erwies sich bei der Krebsbehandlung als komplett unwirksam. Alle angeblichen Heilungen sind nicht nur nicht belegt, sie sind widerlegt, schreibt das Magazin „Scientific American“. Wie sich zudem herausstellte, erkranken auch Haie an Krebs. Selbst in Haiknorpel finden sich Tumoren. Alles andere wäre auch eine Riesenüberraschung. Krebs ist eine Hypothek, mit der höher entwickelte Lebewesen existieren müssen. Unter den Billionen von Zellen, die einen Organismus ausmachen, entstehen naturgemäß immer wieder solche, die alle Wachstumsschranken ignorieren und auf Kosten des Körpers wuchern.

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