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Vom Neckar über den Pazifikstrand an die Spree: Maike Sander Foto: MDC/Peter Himsel
© MDC/Peter Himsel

Erstmals eine Frau an der Spitze Maike Sander leitet künftig das Max-Delbrück-Centrum

Ende der Interimslösung: Ab November übernimmt die derzeit in San Diego forschende Professorin für Kinderheilkunde den Chefposten in Berlin Buch.

Die deutsche Medizinerin Maike Sander wird Wissenschaftliche Vorständin des Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin (MDC) in Berlin Buch. Die derzeit an der University of California in San Diego lehrende Ärztin mit Schwerpunkt in der Erforschung des Typ-1-Diabetes sei vom Aufsichtsrat für diese Position und auch als zukünftige Vorstandsvorsitzende bestellt worten, teilte das MDC am Freitag mit.

Von der Grundlagenforschung zu den Patienten

Sander werde ab 1. November dieses Jahres das MDC führen. Die Bestellung sei am Donnerstag durch den Aufsichtsrat des MDC erfolgt. Die Institution gehört zur Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren und wird dieses Jahr 30 Jahre alt. Sie ging 1992 hervor aus dem Zentralinstitut für Molekularbiologie, dem Zentralinstitut für Krebsforschung und dem Zentralinstituts für Herz-Kreislaufforschung der DDR.

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Sander, die bereits Gastprofessorin am MDC war und auch eine Professur an der Charité–Universitätsmedizin übernehmen wird, folgt auf den Zellbiologen und Biochemiker Thomas Sommer, der das MDC derzeit bereits zum zweiten Mal kommissarisch leitet, seit Martin Lohse 2019 zurückgetreten war.

Erstmals wird damit eine Frau an der Spitze eines der Helmholtz-Gesundheitszentren stehen.

„Als Wissenschaftliche Vorständin wird es mein Ziel sein, die Rolle des MDC als führendes Zentrum in der Biomedizin weiter zu stärken und auch unsere engen Partnerschaften, insbesondere in Berlin, weiter zu vertiefen, damit unsere Entdeckungen schnell in Therapien umgesetzt werden können“, wird Sander in der Verlautbarung zitiert. Moderne Biomedizin lebe von der engen Zusammenarbeit und dem lebendigen Austausch zwischen Grundlagenforschung, Kliniken und der Industrie. All das gebe es in der Gesundheitsstadt Berlin. Das MDC sehe sie dabei als "wesentlichen Innovationsmotor".

Stammzellforscherin

Als Wissenschaftlerin untersucht Sander die molekularen Abläufe, die der Bildung und Funktion verschiedener Zelltypen der Bauchspeicheldrüse zugrunde liegen, insbesondere der insulinproduzierenden Beta-Zellen. Sie arbeitet mit pluripotenten Stammzellen, die bei Typ-1-Diabetes abgestorbene Beta-Zellen ersetzen sollen. Auch anderswo werden diese Ansätze erforscht. Es gibt bereits einige wenige Patienten, die im Rahmen erster Studien mit Stammzellen von Diabetes Typ 1 geheilt worden sind. Bisher müssen Empfänger das Immunsystem unterdrückende Medikamente nehmen, da die Stammzellen und die sich daraus entwickelnden Bauchspeicheldrüsenzellen keine körpereigenen Zellen sind und sonst abgestoßen würden. Von der Patientin oder dem Patienten selbst gewonnenen und sich entsprechend entwickelnde Stammzellen könnten hier in Zukunft möglicherweise eine Lösung sein.

Sander hat in Heidelberg studiert und ist seit 2012 Professorin in San Diego.

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