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Eine Studentin hält ein selbstgemaltes Plakat mit der Aufschrift Brexit? More like Brexshit in den Händen. Foto: mauritius images
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Deutsche Hochschulen vermissen britische Gäste Bedauern über den Brexit

Dass sie vom Brexit profitieren, glaubt nur knapp ein Drittel der Hochschulen in Deutschland. Sie sehen darin einen „Verlust wichtiger Partner im Ausland“.

Der Brexit als Standortvorteil für die deutschen Unis in der weltweiten Konkurrenz um internationale Studierende und Forschende? So ticken die meisten Hochschulen in Deutschland nicht. Nur knapp ein Drittel der Unileitungen erwartet Wettbewerbsvorteile bei Studierenden (28,9 Prozent), noch weniger sind es mit Blick auf die Wissenschaftler:innen (21,1 Prozent).

Ebenso glaubt nur ein Drittel, dass der Brexit den Hochschulstandort Deutschland insgesamt stärkt (29,3 Prozent). Diese Ergebnisse aus dem Hochschul-Barometer des Stifterverbands für die deutsche Wissenschaft und der Heinz Nixdorf Stiftung beruhen auf einer aktuellen repräsentativen Befragung der Rektoren und Präsidentinnen staatlicher und staatlich anerkannter Hochschulen in Deutschland. Sie fand jetzt zum zehnten Mal in Folge statt und hatte in diesem Jahr den Schwerpunkt bei der europäischen Hochschulpolitik.

Entsprechend sehen fast alle befragten Hochschulleitungen (96,9 Prozent) im Austritt Großbritanniens einen Schaden für die europäische Forschungslandschaft, neun von zehn Hochschulen erleben durch den Brexit „den Verlust wichtiger Partner im Ausland“ (93 Prozent), teilt der Stifterverband mit.

Weniger Forschungskooperationen und Studierende aus GB

Erste konkrete Auswirkungen seien an den Hochschulen bereits spürbar: 22 Prozent führen weniger Forschungskooperationen mit britischen Hochschulen durch und 41 Prozent konnten weniger Studierende aus Großbritannien begrüßen. Obwohl schon von Brexit-Flüchtlingen unter Wissenschaftler:innen zu hören ist, beklagen 23 Prozent der Hochschulen, dass weniger Forschende über den Kanal kommen.

„Die Ergebnisse zeigen: Der Brexit ist ein Einschnitt in die Europäische Forschungs- und Hochschullandschaft“, erklärt Volker Meyer-Guckel, stellvertretender Generalsekretär des Stifterverbandes. Es gelte nun, die Zusammenarbeit durch bilaterale Partnerschaften zu sichern – wie sie die Berliner und Münchner Unis bereits eingegangen sind – und auch das neu entwickelte Turing-Programms zu nutzen.

Mit dem Programm werden Studierende aus Großbritannien gefördert, die auch nach dem Brexit und dem Ausstieg aus dem europäischen Erasmus-Programm ins Ausland gehen wollen.

Für die Zukunft sind die Hochschulleitungen aber optimistisch – hinsichtlich verstärkter Kooperationen mit Unis aus anderen Staaten, die fast die Hälfte erwarten (48,3 Prozent). Für die kommenden fünf Jahre werden von 51,6 Prozent der Präsidien höhere Zahlen internationaler Studierender und von 43,2 Prozent mehr Forschende prognostiziert.

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