Zum Corona-Überblick: Alle Zahlen zu SARS-CoV-2 in Deutschland
Das Hauptgebäude der Humboldt-Uni Unter den Linden. Foto: imago images/Reiner Zensen
© imago images/Reiner Zensen

Blumenthal und Mukherjee bewerben sich Zwei Kandidaten für die Präsidentschaft der Berliner Humboldt-Universität

Um die Präsidentschaft der Humboldt-Universität gibt es einen Zweikampf. Mit Julia von Blumenthal und Joybrato Mukherjee kandidieren zwei aktive Unichefs.

Mit Julia von Blumenthal, der Präsidentin der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt (Oder), und Joybrato Mukherjee, dem Präsidenten der Universität Gießen, bewerben sich zwei aktive Hochschulchef:innen um die Leitung der Humboldt-Universität. Ein entsprechender Wahlvorschlag des Kuratoriums der Universität wurde am Dienstagmittag bekannt gegeben.

Die Politikwissenschaftlerin Julia von Blumenthal ist an der HU bereits gut bekannt - als langjährige Professorin am Institut für Sozialwissenschaften und als Dekanin der Philosophischen und der Kulturwissenschaftlichen Fakultäten in den Jahren 2010 bis 2018. Joybrato Mukherjee ist Professor für Englische Sprachwissenschaft, seit 2009 Präsident der Universität Gießen und leitet seit Januar 2020 außerdem den Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD).

Auf Vorschlag der Findungskommission des HU-Kuratoriums haben sich von Blumenthal und Mukherjee dem Gremium am vergangenen Freitag in nichtöffentlicher Sitzung erstmals vorgestellt - offenbar als einzige Kandidat:innen. Daraufhin erfolgte jetzt der Wahlvorschlag an das Konzil der Universität. Diesem Wahlgremium sollen von Blumenthal und Mukherjee ihre Bewerbungen bei einer Anhörung am 8. Februar vortragen.

Die Wahl einer neuen Präsidentin ist dann für den 15. Februar geplant. Die Neuwahl war notwendig geworden, nachdem Sabine Kunst, die seit 2016 Präsidentin der Humboldt-Universität war, im Oktober 2021 aus Protest gegen das neue Berliner Hochschulgesetz ihren Rücktritt erklärte. Kunst amtierte noch bis zum Jahresende, seitdem nimmt Peter Frensch, Psychologie-Professor und ehemalige HU-Vizepräsident für Forschung, die Amtsgeschäfte kommissarisch wahr.

Auf den ersten Blick keine Favorit:in zu erkennen

Für keinen der beiden dürfte die Wahl ein selbstverständlicher Durchmarsch werden, eine Favoritin oder ein Favorit lässt sich nicht auf den ersten Blick identifizieren.

Ein Porträtbild. Foto: Viadrina/Heide Fest Vergrößern
Julia von Blumenthal, Präsidentin der Viadrina-Universität in Frankfurt (Oder). © Viadrina/Heide Fest
Ein Porträtbild. Foto: Jonas Ratermann/JLU Vergrößern
Joybrato Mukherjee, Präsident der Universität Gießen und des Deutschen Akademischen Austauschdienstes. © Jonas Ratermann/JLU

Blumenthal sollte schon einmal Vizepräsidentin für Lehre der HU werden. Sie zog ihre Kandidatur aber zurück. An der HU muss eine Vizepräsidentin für Lehre mindestens eine Stimme der Studierenden bekommen, die Studierendenvertreter verweigerten ihr damals jedoch diese nötige Unterstützung. Inwieweit das jetzt noch eine Rolle spielt, bleibt aber abzuwarten - es ging damals nicht nur um Blumenthal, sondern um ein gesamtes Personalensemble, das ins Rutschen geriet.

Zwei hochkarätige Bewerbungen

Andererseits ist Blumenthal an der HU gut bekannt und mit der Universität sowie mit der Berliner Wissenschaftspolitik gut vernetzt. Das dürfte ihr helfen, eine Vision für die Zukunft zu entwickeln. Das musste sie bereits für die Viadrina tun - ein gutes, wenn auch ein regionales Übungsfeld als potenzielle HU-Präsidentin.

[Wenn Sie alle aktuellen Nachrichten live auf Ihr Handy haben wollen, empfehlen wir Ihnen unsere App, die Sie hier für Apple- und Android-Geräte herunterladen können.]

Mukherjee hat diese Hausmacht weder an der Humboldt-Uni noch in der Berliner Politik. Er bringt allerdings durch sein Amt als DAAD-Präsident eine große internationale Sichtbarkeit mit. Und langjährige Erfahrung als Präsident der Universität Gießen, deren Leitung er einst als jüngster Unipräsident Deutschlands übernahm.

Mit beiden Bewerbungen steht die Humboldt-Universität jedenfalls vor einer hochkarätigen Auswahl für ihre künftige Präsidentin oder ihren künftigen Präsidenten. Sie oder er werden die Hochschule in einer entscheidenden Phase führen - sei es in der Diskussion um das Berliner Hochschulgesetz und seine umstrittene Postdoktorandenregelung oder in den Verhandlungen über die neuen Hochschulverträge mit dem Senat.

So sieht es auch Edelgard Bulmahn, Vorsitzende des Kuratoriums und ehemalige Bundesbildungsministerin (SPD): "Mit Julia von Blumenthal und Joybrato Mukherjee schlägt das Kuratorium der Humboldt-Universität dem Konzil zwei herausragende Wissenschaftsmanager:innen zur Wahl vor." Beide seien "bestens geeignet, die Humboldt-Universität in den kommenden Jahren durch die anstehenden Herausforderungen zu steuern".

Die Kandidat:innen wollten sich auf Anfrage des Tagesspiegels am Dienstag nicht zu ihren Plänen äußern. Dies sei zunächst der Vorstellung vor dem Konzil vorbehalten.

Zur Startseite