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Weniger motiviert und gesundheitlich angeschlagen. Das zweite Coronajahr machte den Arbeitnehmern mehr zu schaffen als das erste. Foto: Myriam Tirler / Hans Lucas / imago
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Zukunft der Arbeit Regeln für die neue Normalität

Marion Koch

Sorge um Ansteckung am Arbeitsplatz, Entgrenzung der Arbeit im Homeoffice: Was die jährliche DGB-Umfrage „Index Gute Arbeit 2021“ noch ergab.

Keine finanzielle Unterstützung, um sich einen Arbeitsplatz einzurichten, keine Beteiligung an zusätzlichen Heiz- und Stromkosten – das trifft für die allermeisten Arbeitnehmer zu, die in der Pandemie im Homeoffice ihren Job gemacht haben (91 Prozent). Fast jeder zweite Arbeitnehmer im Homeoffice (48 Prozent) musste außerdem private Geräte nutzen, um seine Aufgaben erledigen zu können, den eigenen Laptop, das Handy oder Tablet.

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Das sind Ergebnisse des Index Gute Arbeit 2021, einer repräsentativen Umfrage, die der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) einmal im Jahr durchführt. In dem Report, der am Montag veröffentlicht wurde, geht es um die Arbeitsbedingungen in der Corona-Pandemie und ihre Folgen für die Jobwelt von morgen – aus Sicht der Arbeitnehmer:innen. 6400 abhängig Beschäftigte wurden dazu von Januar bis Juni befragt. „Die Ergebnisse sind nicht nur die Bestandsaufnahme einer Ausnahmesituation, sie zeigen zugleich Anforderungen an die Gestaltung der Arbeit der Zukunft“, sagte dazu der DGB-Vorsitzende Reiner Hoffmann.

Erzieher:innen und Altenpfleger:innen fühlten sich besonders belastet

Etwa jeder dritte Arbeitnehmer hat laut Report seit März 2020 sehr häufig von zu Hause aus gearbeitet, jeder zwölfte „oft“. Fast jeder dritte Arbeitnehmer, der nicht Zuhause arbeiten konnte, erklärte, dass er sich in sehr hohem oder hohem Maß durch die Infektionsschutzmaßnahmen belastet fühlte. Vor allem sagten das Erzieher:innen, Lehrer:innen an Sekundarschulen und Altenpflegerinnen.

Das "New Normal" ist vor allem digital

Der Einzug von digitalen Tools wie Videokonferenzen, Plattformen zur Zusammenarbeit und das Homeoffice hätten zu einem „New Normal“ geführt, erklärte Hoffmann, das aber noch zu regulieren sei. „Es braucht über den Krisenfall hinaus Standards guter Arbeit, eine Stärkung der Mitbestimmung sowie einen modernen Arbeitsschutz für mobiles Arbeiten“, erklärte Hoffman.

Betriebliche Vereinbarungen führen zu mehr Mitbestimmung

Denn auch das ergab die Umfrage: Mehr als jeder dritte Arbeitnehmer, der auch Arbeit zu Hause erledigte (36 Prozent) erklärte, dass es bei seinem Arbeitgeber keine betrieblichen Vereinbarungen zum Homeoffice gab. Bei Arbeitgebern wiederum, in denen dazu Regeln aufgestellt wurden, hatten die Mitarbeiter einen größeren Einfluss auf die Arbeitszeitgestaltung. Sie mussten seltener ständig erreichbar sein oder unbezahlt länger arbeiten.

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