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Zhong Shanshan bei der Präsentation neuer Produkte. Foto: imago images/VCG
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Zhong Shanshan Mit Mineralwasser wurde er zum reichsten Chinesen

Zhong Shanshan hat mehr Vermögen als Warren Buffet. Er verkauft Getränke – und arbeitet an einem Corona-Impf-Nasenspray.

Kaum hatten Medien gemeldet, Elon Musk sei jetzt der reichste Mensch der Welt, verdrängte ihn Jeff Bezos schon wieder vom ersten Platz. Wenn ein Vermögen an Aktienkursen hängt, schwankt es schnell. Nur wenige Ränge hinter den amerikanischen Tech-Milliardären findet sich ein bis heute außerhalb Chinas wenig bekannter Mann: Zhong Shanshan. Viele Namen wurden ihm zuletzt gegeben. Er sei der Anti-Jack-Ma, der einsame Wolf unter den chinesischen Milliardären, der Flaschenwasserkönig der Volksrepublik. Ein Titel ist Anfangs des Jahres neu hinzugekommen: Zhong ist der reichste Chinese.

Den zuletzt länger aus der Öffentlichkeit verschwundenen Internetmilliardär Jack Ma hat er von Platz eins verdrängt. Seit Beginn des Jahres ist Zhongs Vermögen kräftig gewachsen und liegt heute bei umgerechnet gut 75 Milliarden Euro. Damit ist der 66-Jährige der sechstreichste Mensch der Erde. Den US-Investor Warren Buffet hat Zhong so übertroffen. Buffet hat allerdings viele Milliarden gespendet. Anders als Alibaba-Gründer Jack Ma oder Jeff Bezos hat Zhong Shanshan sein Vermögen nicht im Digitalbereich gemacht. Zhongs Produkt kennt in China jedes Kind: Nongfu Shanquan, in Plastikflaschen abgefülltes Trinkwasser.

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Es ist mit Abstand das günstigste Mineralwasser auf dem Markt der Volksrepublik. Eine Flasche mit einem halben Liter Inhalt kostet um die 2 Yuan, umgerechnet kaum mehr als zwanzig Cent. Das Bergbauern-Quellwasser, so lässt sich der Name der Marke frei übersetzen. Die Flaschen tragen ein schlichtes Logo mit drei grünen Bergen, die sich in einem See spiegeln.

Begeisterung an der Börse

Abgefülltes Wasser ist in China auch deshalb ein gutes Geschäft, weil Leitungswasser in den meisten Regionen völlig ungenießbar ist. Zhong brachte Nongfu im September an die Börse und legte damit einen der erfolgreichsten Starts hin, den die Hongkonger Händler je gesehen hatten. Die Aktie war 1148-fach überzeichnet. Von September bis heute hat sich der Kurs nahezu verdoppelt, er liegt jetzt bei über 60.000 Hongkong-Dollar, umgerechnet etwa 6400 Euro.

Neben Nongfu machte Zhong mit einem weiteren Börsengang schon im April von sich reden. Das Unternehmen Beijing Wantai arbeitet an einem Impfstoff gegen Corona, der als Nasenspray verabreicht werden soll. Zwar ist das Vakzin noch nicht verfügbar, der Kurs der Aktie ist trotzdem allein seit Jahresbeginn um das 1,6-Fache gestiegen.

Im November begann Wantai eine Phase-2-Studie mit 720 Teilnehmenden in der ostchinesischen Provinz Jiangsu, vor der Zulassung steht die Phase 3 mit weiteren Studien bevor. Pressemeldungen zufolge hofft das Unternehmen, dass die Verabreichung über die Nase Reaktionen des Immunsystems hervorruft, die denjenigen bei einer Infektion ähneln.

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