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Ein Bild aus besseren Zeiten: Selbstfahrende Autos, wie diesen Audi-Prototyp, können Zuschauer auf der diesjährigen CES wegen der Pandemie nicht einfach ausprobieren. Foto: picture alliance/dpa/AP
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Wettlauf mit US-Techkonzernen Diese Neuheiten präsentiert die deutsche Autoindustrie auf der CES

Die weltgrößte Technik-Messe startet am Montag Abend - digital. Die deutschen Autobauer wollen Neuheuten vorstellen, während Tesla auf autonomes Fahren setzt.

Regelmäßig strömten in den Vorjahren mehr als 170.000 Besucher nach Las Vegas – und zwar nicht um sich im Glücksspiel zu versuchen. Die Consumer Electronics Show (CES), die weltgrößte Fachmesse für Unterhaltungselektronik lockte die Scharen bislang jährlich in die Wüste in Nevada. Doch die Pandemie hat auch die CES 2021 (11. bis 14. Januar) ins Netz gezwungen. Der Veranstalter erwartet diesmal etwa 1800 „Aussteller“, weniger als die Hälfte der sonst üblichen Zahl.

Auch für die Automobilbranche und ihre Zulieferer, die die CES als wichtigste Hightechschau zum Jahresauftakt nutzen, bedeutet die Corona-Pause, dass alle Neuheiten, Vorträge und Diskussionen ausschließlich virtuell stattfinden. 2020 war noch eine ganze Halle für die großen Namen der Branche und ihre teils aufwändigen Messestände reserviert, viele CEOs hatten in Las Vegas ihre Bühnenauftritte. Der große Einfluss der Las-Vegas-Show führte dazu, dass die traditionsreiche Automesse in Detroit ihre Termine änderte.

Besonders spannend: Auf der CES treffen seit einigen Jahren die etablierten Fahrzeughersteller auf ihre aggressivsten Wettbewerber – die großen Tech-Konzerne. Zu beobachten war etwa der Wettlauf von Google und Amazon, die mit ihren Sprachassistenten in die Autos drängen. Und Apple brachte im vergangenen Jahr nach längerer CES-Abwesenheit neben seinen iPhones, iPads und Macs neue Spekulationen über ein eigenes iCar mit – so auch wieder 2021. Das Programm für die CES räumt dem Automobil wieder einen wichtigen Platz ein, wie ein Blick ins Programm zeigt. Einige Highlights im Überblick.

Deutsches Start-up Sono im Fokus

Auf die große Bühne drängt ein kleiner Autobauer aus München: Sono Motors. Das deutsche Start-up will in Las Vegas den neuen Prototypen seines solarbetriebenen Elektroautos Sion präsentieren. Trotz Corona sieht sich Sono auf gutem Weg zur Serienfertigung. Geholfen hat eine Crowdfunding-Kampagne, die Anfang 2020 abgeschlossen wurde und 100 Millionen Euro einwarb. Begleitet wird der CES-Auftritt von Spekulationen, Sono wolle an die US-Börse – eine Bestätigung aus München gibt es dazu nicht. So oder so wird Sono als Quereinsteiger von der Autobranche aufmerksam beobachtet.

Mercedes meldet sich mit einer Weltpremiere: der neuen Generation seines Infotainment-Systems MBUX. Bei der Bedienung und Anzeige von Infotainment-, Komfort- und Fahrzeugfunktionen auf einem extrabreiten „Hyperscreen“ will die Daimler-Tochter dank künstlicher Intelligenz neue Standards für die Industrie setzen. Vergangenen Donnerstag zeigte Daimler-Chef Ola Källenius den neuen MBUX-Screen erstmals, auf den Markt kommt er in der ersten Mercedes-Elektrolimousine EQS im Laufe dieses Jahres.

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Audi zeigt die sportliche Variante seines ersten Elektroautos, den e-tron GT. Der Elektro-Sportwagen wird als Tesla-Konkurrent präsentiert. Auch BMW will mehr darüber verraten, wie der Hersteller mit dem elektrischen iX Ende des Jahres Tesla Paroli bieten will. 2019 hatte BMW das Fahrzeug als Studie (iNext) auf der CES vorgestellt.

Tesla geht in den Untergrund

Tesla selbst geht in Las Vegas in den Untergrund. Die Boring Company von Elon Musk will die beiden ersten Tunnelstrecken unter der Stadt fertigstellen. Der 52 Millionen Dollar teure „Las Vegas Loop“ gleicht einer unterirdischen Autobahn, auf der künftig autonom fahrende TeslaS, 3 und X bis zu 10.000 Personen pro Stunde transportieren sollen. Eigens für den Loop produzierte Autos plant Tesla zunächst nicht.

Der weltgrößte Autozulieferer Bosch lenkt die Aufmerksamkeit auf den Klimawandel, Ladeinfrastruktur und Connectivity. Unter anderem soll es bei neuen Produkten um „smarte und klimafreundliche Mobilität“ gehen. CES-Schwerpunkte seien in diesem Jahr „Technologien und vernetzte Services, die helfen können, klimafreundlicher von A nach B zu kommen“ sowie die zentrale Rolle von Software und Elektronik im Fahrzeug. Anfang des Jahres ist der neue Geschäftsbereich „Cross-Domain Computing Solutions" mit 17.000 Mitarbeitern an den Start gegangen. Bosch entwickelt hier Hard- und Software für Computer, Sensoren und Steuergeräte.

Auch Continental und ZF vertreten

Boschs Wettbewerber ZF zeigt eine neue, offene Software-Plattform, die zwischen dem Betriebssystem eines Fahrzeugrechners und seinen Software-Anwendungen „vermitteln“ wird. Das Ziel: weniger Schnittstellen, eine schnellere Kommunikation und eine geringere Komplexität. Also das, was sich alle Autobauer gerade dringend wünschen. Ab 2024 soll die Plattform in Serienfahrzeugen verfügbar sein.

Continental präsentiert unter anderem drei mit CES-Awards ausgezeichnete Technologien aus den Bereichen Sensorik und Entertainment. Zum Beispiel ein „transparentes Anhängersystem“, das dem Fahrer ermöglicht, den Bereich hinter einem Anhänger einzusehen. Weiter zeigt das Unternehmen einen Fernbereichsradarsensor, der Systeme für das automatisierte Fahren von der Teil- bis zur Vollautomatisierung unterstützt.

Autonomes Fahren als Trendthema

Autonomes Fahren wird bei der CES generell großen Raum einnehmen. Bei Konferenzen geht es unter anderem um den 5G-gestützten Dialog zwischen Fahrzeugen und der Infrastruktur. Hier haben insbesondere die Google-Tochter Waymo, das Start-up Aurora, das die Aktivität in diesem Bereich von Uber gekauft hat, der Lieferwagenanbieter Udelv oder auch Caterpillar ihre Auftritte. Aber auch andere Namen aus der Tech-Welt kommen zu Wort: Alexa Automotive (Amazon), Blackberry, IBM, LG, MobilEye und Microsoft.

Die CES eröffnet ein Autojahr, das auch für andere Messeveranstalter schwierig wird. Der Genfer Autosalon, der 2020 wegen Covid im letzten Moment abgesagt wurde, wird auch 2021 nicht stattfinden. Der Autosalon in Paris, der ebenfalls ausfallen musste, steht turnusgemäß erst 2022 wieder auf dem Programm. Die Detroit Motor Show wurde auf den Herbst verschoben.

So richtet sich die Aufmerksamkeit zunächst auf München, wo im September erstmals die Internationale Automobil Ausstellung (IAA) stattfinden soll. Geplant ist eine Veranstaltung, die vom bisherigen Messekonzept abweicht und sich moderner, zeitgemäßer und weniger autozentriert präsentiert. Für die heimischen Hersteller und Zulieferer ist die IAA ein Pflichttermin. Dennoch muss sich die renovierte Messe ihren innovativen Ruf erst noch verdienen. Die CES in Las Vegas ist da schon weiter. Seit mehr als 50 Jahren ist sie eines der weltweit wichtigsten Tech-Events. „Auch für die Mobilitätsbranche hat sie sich in den vergangenen Jahren als Topveranstaltung vor allem im Bereich vernetzter Technologien etabliert“, heißt es bei Bosch.

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