Volkmar Denner ist seit 2012 Vorstandsvorsitzender und zugleich Technikvorstand der Robert Bosch GmbH. Foto: Marijan Murat/dpa
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Exklusiv Volkmar Denner im Interview Bosch will bald über Batteriezellen-Fabrik entscheiden

Bosch hat in Berlin seinen Campus fürs Internet der Dinge eröffnet. Im Tagesspiegel-Interview erklärt Vorstandschef Volkmar Denner, was der 130 Jahre alte Konzern vorhat - und warum die Entscheidung für eine Zellen-Fabrik so schwer fällt.

Bosch will in Kürze seine seit langem angekündigte Entscheidung über eine eigene Batteriezellen-Fertigung treffen. „Eine solche Milliarden-Investition will sehr gut überlegt sein, das hat überhaupt nichts mit Zögern zu tun“, sagte Bosch-Chef Volkmar Denner, dem Tagesspiegel. Der weltgrößte Autozulieferer kalkuliert nach früheren Angaben mit einer Investition von etwa 20 Milliarden Euro bis zum Jahr 2030. „Es gibt viele Gesichtspunkte, die es zu bewerten gilt, um eine belastbare Entscheidung treffen zu können.“ Bosch hatte eine Entscheidung für Ende 2017/Anfang 2018 zugesagt. „Sie müssen sich noch etwas gedulden“, sagte Denner. „Aber es wird nicht bis 2019 dauern.“

 "Das Tempo ist unglaublich hoch"

Im Internet der Dinge (IoT) und bei neuen Geschäftsfeldern rund um Vernetzung und Automatisierung hat Bosch den Anspruch „Treiber des Wandels und Innovationsführer“ zu sein. „Insgesamt ist das Tempo, zumal bei IT- und Softwarethemen, unglaublich hoch, und es gibt sehr leistungsfähige Spieler auf diesem Gebiet“, räumte Denner ein. „Das ist eine tägliche Herausforderung.“ Am Donnerstag hatte Bosch in Berlin seinen IoT-Campus eröffnet.

 Keine Abspaltung der neuen Geschäftsbereiche

An eine Abspaltung der neuen Internet-basierten Geschäftsbereiche denkt das Unternehmen nicht. „Ich bin als Chef von Bosch in der schönen Lage, dass ich mir keine Gedanken über die Bewertung an den Aktienmärkten machen muss“, sagte Denner dem Tagesspiegel. Es sei unerheblich, ob das Unternehmen zerlegt mehr wert wäre als in der heutigen Struktur. „Wir profitieren von unserer breiten Aufstellung. Deshalb ist es unsere Strategie, unser Unternehmen als Einheit ins Internet der Dinge zu führen – die klassischen wie die neuen Bereiche“, sagte Denner.

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