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Fürs Weihnachtsfest greifen viele nochmal tief in die Tasche. Foto: imago/ Emmanuele Contini
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Umfrage zu Dispokredit Mehr Deutsche verschulden sich zum Weihnachtsfest

Jeder zweite Disponutzer nimmt mehr als 1500 Euro auf. Die Hälfte gleicht ihren Dispo innerhalb eines Monats aus - die andere Hälfte braucht deutlich länger.

Weihnachten bedeutet für viele Menschen tief in die Tasche zu greifen: Glühwein, Gänsebraten, Geschenke. Insgesamt 111,7 Milliarden Euro sollen die Deutschen im November und Dezember vergangenen Jahres im Einzelhandel ausgegeben haben, laut Prognose des Handelsverband Deutschland (HDE).

Das sind zwei Prozent mehr als im Vorjahr und fast 30 Prozent mehr als vor 10 Jahren – Tendenz durchweg steigend. Auch das Online-Geschäft soll um 23 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gestiegen sein.

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Zur Weihnachtstradition gehört es für viele auch, das Konto ins Minus rutschen zu lassen. Aktuell befinden sind 6,6 Millionen Deutsche im Dispo (9,5 Prozent). Das sind 17 Prozent mehr als im Januar vergangenen Jahres. Dann nimmt fast jede:r zweite Disponutzer:in mehr als 1500 Euro in Anspruch.

Das zeigt eine repräsentative Umfrage im Auftrag des Kreditportals „smava”, bei der 2500 Personen ab 18 Jahre befragt wurden. Rund 33 Prozent sind zum Jahresende mit bis zu 500 Euro im Dispo. Die wenigsten bewegen sich in einer Spanne von 501 bis 1500 Euro (16,3 Prozent).

Durchschnittlich fast 10 Prozent Zinsen für den Dispo

Doch knapp 38 Prozent nehmen mehr als 2000 Euro Dispokredit in Anspruch. Dabei ist der Dispokredit der teuerste Weg, seine Einkäufe zu finanzieren. Bis zum Ausgleich des Kontos fallen einer Auswertung der Stiftung Warentest zufolge Zinsen von durchschnittlich fast 10 Prozent an.

Manche Banken verlangen sogar bis zu 14 Prozent. Zinsen für geduldete Überziehungen liegen sogar noch deutlich darüber. Es gilt also, sich so schnell wie möglich ins Plus zu bewegen. Der smava-Umfrage zufolge gleichen auch mehr als die Hälfte der Deutschen (51,6 Prozent) ihr Konto innerhalb eines Monats aus. Die andere Hälfte braucht länger: 6,6 Prozent sogar bis zu einem Jahr, ganze 14,7 Prozent mehr als das.

Banken standen in der Vergangenheit immer wieder in der Kritik für hohe Dispozinsen. Verbraucherzentralen fordern schon seit Jahren eine Deckelung der Zinssätze per Gesetz. Sie argumentieren, die Banken leihen sich zu null Prozent über die Europäische Zentralbank (EZB) Geld und lassen sich im Gegenzug Dispokredite teuer bezahlen.

Der Abstand zwischen dem EZB-Leitzins und dem durchschnittlichen Dispozins ist seit der Finanzkrise Anfang 2008 gestiegen. Davor lag er bei rund acht Prozentpunkten und stieg in 2010 auf fast 12 Prozentpunkte. Die aktuellen 10 Prozentpunkte bezeichnen die Verbraucherschützer:innen als „Wucher”.

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Allerdings gab es nur wenige gesetzliche Änderungen. Seit 2016 müssen Banken ihre Zinssätze auf der Homepage veröffentlichen, seit 2015 ist ein Beratungsangebot für Kund:innen verpflichtend, die ihren Dispokredit „dauerhaft und erheblich” in Anspruch nehmen. Außerdem soll seit 2017 nachvollziehbar sein, wie und wann sich die Zinsen verändern. Für die Verbraucherzentralen reichen die bisherigen Maßnahmen nicht aus.

„Der Dispo ist eine sehr teure Art, sich Geld zu leihen. Er sollte deshalb nur für kurze Zeit genutzt werden. Denn je länger man ihn nutzt, desto mehr Zinsen zahlt man“, sagt Alexander Artopé, Geschäftsführer des Kreditportals smava.

Alternativ: mit Ratenkredit umschulden

Wenn das auf absehbare Zeit nicht möglich ist, sollte eine Umschuldung durch einen Ratenkredit erwogen werden. Denn ein Ratenkredit bietet im Bundesdurchschnitt 41 Prozent günstigere Zinsen als der Dispo sowie einen festen Rückzahlungsplan. Natürlich ist es genauso möglich, in Eigenregie den Dispo jeden Monat abzubezahlen.

Doch nicht jede:r bringt die Disziplin dafür mit und so verharren viele am Ende doch bei den teuren Zinsen. Weiterhin kann die Bank in der Zeit die Dispokreditlinie auch kürzen oder kündigen. Dann wird die Summe sofort fällig.

Damit es nicht soweit kommt, bringt ein neuer Ratenkredit in Höhe des Dispokredits also mehr Planungssicherheit. Danach können sich Kund:innen wieder darauf konzentrieren, ihre Finanzen zu ordnen, um nicht wieder dauerhaft ins Minus zu rutschen.

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