Ein ICE der Deutschen Bahn. Foto: imago/C.Hardt/Future Image
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Preise im Fernverkehr Deutsche Bahn will Ticketpreise „moderat“ erhöhen

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Die Ticketpreise der Deutschen Bahn sollen erhöht werden und auch die Vermarktung des Glasfasernetzes für schnelleres Internet ist geplant.

Bei Bahnfahrern stoßen Preiserhöhungen des Bundeskonzerns regelmäßig auf Kritik. Vorstandschef Lutz kommt auch in diesem Jahr nicht darum herum – die Mehrkosten für Kunden sollen aber begrenzt bleiben. Und die Bahnspitze hat noch andere Pläne.

Auch in diesem Jahr will die Deutsche Bahn wieder die Ticketpreise erhöhen. Der geplante Anstieg solle jedoch nicht zu stark ausfallen, sagte Konzernchef Richard Lutz den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Donnerstag): „Wir waren in den vergangenen Jahren schon vernünftig unterwegs und werden auch in diesem Jahr moderat vorgehen.“ Angestrebt werde, die Zunahme der Tarife unter dem Niveau der allgemeinen Teuerung in Deutschland zu halten. „Im Durchschnitt werden die Preise des Fernverkehrs deutlich unterhalb der Inflationsrate steigen, die derzeit bei rund zwei Prozent liegt.“

Pünktlichkeit soll verbessert werden

Ziel sei es, die Auslastung der Züge zu verbessern. Die Pünktlichkeit der Bahn will Lutz zudem vor allem durch die Digitalisierung der Strecken verbessern. „Der Schlüssel für eine gute Betriebsqualität und Pünktlichkeit ist die Kapazität“, sagte der Manager. Ein „Taktfahrplan“ soll demnächst auch pünktliche Umstiege ermöglichen.

In vielen Fällen mussten Fahrgäste im Juli mehr als eine Viertelstunde auf ihren Zug warten. Obwohl es im Juli trotz extremer Hitze weniger Störungen in den Zügen gegeben hat als in den Vorjahren, begründete die Bahn die schlechten Pünktlichkeitswerte mit dem heißen Sommerwetter, das Zügen und Infrastruktur zugesetzt habe. Bundesweite Probleme für Fernreisende hätten zudem viele externe Ursachen gebracht: ein Großbrand nach Trockenheit am 31. Juli bei Kassel, der zur Sperrung der Nord-Süd-Schnellfahrstrecke führte, ein Kabeldiebstahl bei Köln und ein Polizeigroßeinsatz am 26. Juli in Erfurt mit jeweils stundenlangen Streckensperrungen. „Allein der Fahndungseinsatz im neuen ICE-Drehkreuz Erfurt führte zu massiven Verspätungen von über 60 Zügen“, sagte eine Bahn- Sprecherin.

Im Mai hatte die Bahn eine „Super“-Preisoffensive angekündigt – auch, um im harten Wettbewerb mit Fernbussen und Billigfliegern zu punkten. Dazu gehören Sparpreise auch außerhalb von Sonderaktionen oder die Gewährung von mehr „City-Tickets“, die den kostenlosen Anschluss im Nahverkehr des Zielorts mit Bus, Straßenbahn, U- der S-Bahn erlauben.

Vermarktung von Glasfasernetz geplant

Lutz erklärte außerdem, die Bahn wolle sich mit ihrem Glasfasernetz am Ausbau des schnellen Internets in Deutschland beteiligen. „Wir haben an unseren 33.000 Kilometern Streckennetz bisher 18.500 Kilometer mit Glasfaser ausgerüstet. Diese Glasfasern sind nicht vollständig von der Bahn ausgelastet. Wir als Bahn könnten also unser Glasfasernetz vermarkten und so Teil der Lösung werden.“

Die Vermarktung könnte der Deutschen Bahn eine Milliardensumme einbringen. „Und mit diesen zusätzlichen Mitteln könnte man den weiteren Ausbau des Breitbandnetzes mitfinanzieren“, meinte Lutz.

Zuvor hatte der „Spiegel“ berichtet, dass die Bahn ihr Glasfasernetz für den Breitbandausbau anbieten wolle und nach einem Partner in der Telekombranche suche. Die Mobilfunkbetreiber bräuchten dringend Glasfaserverbindungen, um das neue 5G-Mobilfunknetz aufzubauen.

Die Empfangsstationen dieses ultraschnellen Funknetzes benötigten zum Datentransfer Breitbandkabel und -schächte, wie sie die Bahn habe. Lizenzen für das 5G-Netz will der Bund im kommenden Jahr versteigern. (dpa)

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