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Neue Aussichten. In Berlin-Pankow hat Veganz den ersten veganen Vollsortiment-Supermarkt Europas eröffnet. Foto: Jürgen Ritter/Imago
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Investoren gesucht Das Berliner Unternehmen Veganz strebt an die Börse

Die vegane Lebensmittelmarke will mehr Produkte selbst produzieren und den Vertrieb ausbauen

Im August wurde bekannt, dass Veganz den Fußball-Erstligisten RB Leipzig mit seinen rein pflanzlichen Produkten versorgt. Am Mittwoch gab es die nächste große News für das Berliner Unternehmen: Die vegane Lebensmittelmarke verkündete, dass sie an die Börse strebt. Der Börsengang im Freiverkehrs-Segment Scale soll rund 50 Millionen Euro bringen, wie das Unternehmen weiter mitteilte.

Auf der Verpackung sieht es aus wie „normale“ Wurst, Käse, Thunfisch oder Pizza – tatsächlich sind die Produkte bei Veganz aber rein pflanzlichen Ursprungs. 120 hat die vor zehn Jahren gegründete Lebensmittelmarke davon inzwischen im Sortiment. Vertrieben werden sie vor allem über Supermarktketten wie Edeka, Rewe, Aldi und Lidl, außerdem über Online-Plattformen. Rundum werde auf Nachhaltigkeit gesetzt, so weit möglich auch beim Verpackungsmaterial, erklärte das Unternehmen, das in der Warschauer Straße in Friedrichshain seinen Sitz hat.

35 Millionen Euro zum Investieren gefragt

Gründer von Veganz ist Jan Bredack. 26 Prozent der Anteile hält er. Veganz selbst sollen durch den Schritt 35 Millionen Euro zufließen. Investiert werden soll das Geld vor allem in den Aufbau der firmeneigenen Produktion in der Nähe der Stadt. Bisher sei die Produktion vor allem an Dritthersteller ausgelagert gewesen. Vor einem Jahr habe das Unternehmen in Berlin die erste eigene Produktionsstätte errichtet. Das lasse erwarten, dass Bruttomargen beim Verkauf deutlich höher seien. Auch die Forschung und Entwicklung soll das neue Geld voranbringen, der Außendienst ausgebaut und das Marketing verstärkt werden.

Der Zeitpunkt des geplanten Börsengangs ist gut gewählt. In den ersten sechs Monaten dieses Jahres setzte Veganz 17,2 Millionen Euro um und schrieb im operativen Geschäft (Ebitda) einen Verlust von 1,2 Millionen Euro.

Der vegane Markt wächst und wächst

Es sei der weltweite Trend zum nachhaltigeren und gesünderen Leben, der den Markt für pflanzliche Lebensmittel stetig wachsen lasse, erklärte das Unternehmen. Der Vertrieb von Veganz ist international aufgestellt. Die Produktpalette, die von Lebensmitteln zum Frühstück bis zum Abendbrot reiche, sei inzwischen in den Einkaufsregalen in mehr als jedem zweiten europäischen Land zu finden. In Zukunft dürften es noch mehr Länder und Läden sein, in denen die fleisch- und milchlosen Produkte verkauft werden, verspricht das Unternehmen. Die jahrelange Zusammenarbeit mit Einzelhandelsketten biete Wachstumspotenzial.

Gründer Bredack hat schon vor fünf Jahren erklärt: „Der Foodmarkt eignet sich nun für Risikokapitalanleger.“ Beim Start des Unternehmens habe er dem Geld aber hinterher rennen müssen, heute kämen die Investoren von allein. Das wird sich jetzt zeigen.

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